Aufnahmen von US-Spionagesatelliten
Nordkorea plant möglicherweise zweiten Atomtest

Nordkorea will seine Drohung offenbar wahr machen: US-Spionagesatelliten haben in dem Land Aktivitäten aufgezeichnet, die auf Vorbereitungen für einen weiteren Nuklearwaffentest hinweisen, berichten amerikanische TV-Sender. Auch Südkorea und Japan verweisen auf entsprechende Hinweise.

HB WASHINGTON. US-Spionagesatelliten hätten Aktivitäten von Menschen und verdächtig wirkenden Fahrzeugen in der Nähe jenes Gebiets aufgezeichnet, in dem Nordkorea vor einer Woche einen unterirdischen Atomtest unternommen haben soll, berichteten am Montag die US-Sender NBC und ABC übereinstimmend. US-Vertreter hätten angegeben, dass sie sich zwar nicht sicher sein könnten, was genau rund um das Gelände vorginge. Es könne sich ihrer Einschätzung nach aber durchaus um Vorbereitungen für einen weiteren Nukleartest handeln.

In Seoul sagte am Dienstag ein Vertreter der südkoreanischen Regierung der Nachrichtenagentur Reuters, die Möglichkeit eines weiteren Atomtests könne nicht ausgeschlossen werden. Die Regierung sei sich bewusst, dass es Anzeichen dafür gebe, wonach Nordkorea einen zweiten Test vorbereite. Er fügte aber hinzu, es lägen keine dahingehenden eindeutigen Hinweise vor. Japans Außenminister Taro Aso sagte, er habe von entsprechenden Berichten gehört. „Ich kann aber nicht über Details sprechen“, sagte er auf einer Pressekonferenz.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte gesagt, sie hoffe, dass Nordkorea keinen zweiten Test unternehmen werde. Dies würde das Land weiter isolieren. Sie forderte die internationale Gemeinschaft zudem dazu auf, die beschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea entschieden umzusetzen. Jeder Staat müsse bei der Einhaltung der Strafmaßnahmen mitwirken, sagte sie. Nordkorea müsse den Preis dafür bezahlen, dass es vor einer Woche einen unterirdischen Atomtest unternommen habe.

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US-Geheimdienste haben den Test mittlerweile bestätigt. Rice bricht am Dienstag zu einer Reise nach Japan, Südkorea, China und Russland auf, wobei sie nach Wegen suchen will, die am Wochenende beschlossene Resolution gegen Nordkorea in die Tat umzusetzen. Die Resolution des UN-Sicherheitsrates sieht unter anderem ein Verbot von Lieferungen schwerer Waffen nach Nordkorea vor.

Einige Filialen der Bank of China stoppten derweil japanischen Medienberichten zufolge Überweisungen nach Nordkorea. Der Schritt stehe im Zusammenhang mit den internationalen Sanktionen, zitierte die Tageszeitung „Asahi Shimbun“ einen Bankvertreter. Ein Sprecher der Bank of China sagte jedoch, ihm lägen keine entsprechenden Informationen vor. Auch habe er die Berichte nicht gelesen.

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