Aufrüstung im Pazifik
„Die USA werden Nordkorea nicht als Atomstaat akzeptieren“

Die USA verstärken weiter ihre Militärpräsenz in Südkorea. Sein Land sei bereit, militärisch einzugreifen, sagt US-Außenminister Kerry. Nordkorea verweigert Pendlern die Einreise zum grenznahen Industriekomplex Kaesong.
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Washington/SeoulNordkorea muss nach Worten von US-Außenminister John Kerry auf Atomwaffen verzichten. Nur dadurch könne es Fortschritte im schwelenden Konflikt auf der koreanischen Halbinsel geben, sagte Kerry am Dienstag nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung Se in Washington. Die Nordkoreaner "haben eine Option und diese Option ist, Gespräche über eine Entnuklearisierung zu beginnen... und sich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zu konzentrieren".

Zugleich betonten Kerry und Yun, ihre Staaten seien bereit, militärisch einzugreifen. Was Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un tue, sei "gefährlich, leichtfertig und die USA werden Nordkorea nicht als Atomstaat akzeptieren", sagte Kerry, der in der kommenden Woche nach Südkorea reisen will. Die USA würden sich selbst und Südkorea verteidigen, betonte Kerry.

Die USA reagieren auf die jüngsten Drohungen mit der Entsendung zweier Kriegsschiffe auf die Spannungen mit Nordkorea. Zwei mit Raketen bestückte Zerstörer seien auf dem Weg in den West-Pazifik, teilte das Pentagon am Dienstag mit.

Es handele sich um die beiden Schiffe „Decatur“ und „McCain“, sagte Pentagonsprecher George Little. Ihre Aufgabe sei es, die Raketenabwehr in der Region zu stärken. Am Montag hatten US-Sender die Entsendung eines Zerstörers gemeldet. In den vergangenen Tagen hatten die USA hochmoderne Kampfjets nach Südkorea beordert, darunter Tarnkappenbomber und zwei atomwaffenfähige B-52-Bomber.

Zudem verlegten die USA eine schwimmende Radarstation in die Region. Die Plattform SBX wurde laut Pentagon östlich von Japan eingesetzt. Die zum Teil im Wasser versenkbare Radarstation mit einer gigantischen weißen Kuppel kann demnach den Abschuss von Raketen aufspüren und anschließend deren Flugbahn verfolgen. Die USA betonten, es handele sich dabei um einen Routinetest, der schon vor längerem beschlossen worden sei.

Der Neustart eines vor Jahren abgeschalteten Kernreaktors in Nordkorea wäre nach Meinung der US-Regierung „extrem alarmierend“. Bislang gebe es aber keine Anzeichen, dass das Regime die Anlage im Nuklearzentrum Yongbyon bald wieder in Betrieb nehmen könne, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland am Dienstag in Washington. Bisher handele es sich nur um eine Ankündigung Pjöngjangs, seine internationalen Verpflichtungen weiter zu verletzen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, bekräftigte, dass die nordkoreanische Regierung ihrer aggressive Rhetorik bislang nicht durch Taten gestützt habe. „Es gibt hier ein Schema und wir sind vertraut mit diesem Schema“, sagte er. Dennoch werde US-Präsident Barack Obama natürlich regelmäßig über neue Entwicklungen auf dem laufenden gehalten.

Am Dienstag hatte das kommunistische Regime in Pjöngjang gemeldet, es wolle die Produktion von Atomwaffenmaterial ausweiten. Dazu soll ein 2007 geschlossener Plutoniumreaktor wieder in Betrieb gehen. Das Regime um Machthaber Kim Jong Un hatte das Atomwaffenprogramm des Landes zuletzt zur Priorität erklärt.

Doch ist es auch Hintergrund der jüngsten Eskalation auf der koreanischen Halbinsel: Nach erfolgreichen Raketen- und Atomtests in den vergangenen Monaten hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft und Südkorea und die USA eine gemeinsame Militärübung anberaumt. Über beides ist Nordkorea empört.

Ein Sprecher des nordkoreanischen Atomministeriums sagte nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA, die Wiederinbetriebnahme sei Teil der Bemühungen, die akute Energieknappheit des Landes zu lösen. Man wolle damit aber auch „die Atomstreitmacht sowohl in Qualität als auch Quantität stärken“.

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  • De Zeit , für das Privileg einiger Weniger, für den Besitz von Atomwaffen ist abgelaufen.
    .....................................

    was für eine kindische Argumentation!


  • Je mehr Länder die Atomwaffe haben, um so stärker wächst die Gefahr, dass irgenwann ein Irrer diese auch einsetzt. Daher muss alles getan werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und darüber hinaus müssen die bestehenden Atommächte abrüsten. Nur so kann die schreckliche Vision eines Atomkrieges dauerhaft verhindert werden.

    Die bestehenden Atommächte haben dies erkannt und werden es daher nicht zulassen, dass Nord-Korea, der Iran oder andere zu Atommächten aufsteigen.

  • USA werden Nordkorea nicht als Atomstaat akzeptieren!
    ---Sie werden auch andere Staaten.. den Iran nicht mit Atomwaffen akzeptieren.
    Doch, was wollen sie dagegen machen? Einmarschieren?
    Wenn aber nun diese Länder sagen würden, wir werden den Westen... die USA nicht menr als Atommacht akzeptieren, also der umgekehrte Fall, was wäre dann?
    Haben nicht alle gleiche Rechte und pflichten auf dieser Erde?
    Die USA hat ein Problem, sie will die herrschaft über alle in der Welt.
    Jedes land, das Atomwaffen besitzt, ist nicht mehr angreifbar, nicht mehr beherrschbar.
    Das ist der wahre Grund für die massiven Proteste.
    Das gleiche gilt für den Iran, wenn er die bombe hat, kann die USA ihn nicht mehr angreifen.
    Das schafft Unsicherheit und Unruhe bei Besitzern der Atombomben.
    Doch weder die USA noch der Westen, die Nato oder sonst Wer, wird das aufhalten können.
    das ist die Realität.
    Wissen kann man nicht mehr einfangen, wenn es mal da ist. diese Länder haben die kenntnosse, sie werden sie anwenden , sie werden das nicht mehr aufgeben.
    Es sei denn, die ganze Welt vernichtet diese fürchterlichen Waffen, restlos alle... auch die USA.
    De Zeit , für das Privileg einiger Weniger, für den Besitz von Atomwaffen ist abgelaufen.
    Da können alle protestieren wir sie wollen, es ist so, wie es ist.
    Wollen sie deshalb einen Krieg gegen dies Nationen führen? Diese Dummheit traue ich ihnen zu.

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