Aufrüstung
Nordkorea meldet Erfolge im Atomprogramm

Ungeachtet der internationalen Proteste brüstet sich Nordkorea mit Erfolgen beim Bau von Atomwaffen. Nach eigenen Angaben hat das Land die Endphase der Urananreicherung und damit einen zweiten Weg zum Bau von Atomwaffen erreicht.

HB SEOUL. Die Wiederaufarbeitung abgebrannter Kernbrennstäbe stehe kurz vor dem Abschluss und das gewonnene Plutonium sei waffentauglich gemacht worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Dabei zitierte sie aus einem Brief der nordkoreanischen UN-Delegation an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Dieser Schritt sei eine Reaktion auf die verschärften Sanktionen des Sicherheitsrates. Das abgeschottete Land hat bereits zwei Atomtests auf Plutonium-Basis unternommen.

"Wir sind bereit für beides Dialog und Sanktionen", zitierte KCNA weiter aus dem Schreiben. "Wenn einige ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats vor einem Dialog lieber Sanktionen verhängen, antworten wir darauf mit einem Ausbau unserer atomaren Abschreckung, bevor wir uns auf einen Dialog einlassen."

"Wir haben das Experiment zur Urananreicherung erfolgreich durchgeführt und es ist in die Endphase getreten." Außerdem stehe die Wiederaufbereitung gebrauchter Brennstäbe kurz vor dem Abschluss. Das aus den Kernbrennstäben gewonnene Plutonium werde waffenfähig gemacht. "Falls einige ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats Sanktionen vor Dialog stellen, würden wir darauf mit dem Ausbau unserer atomaren Abschreckung antworten", warnte Nordkorea.

Mit dem Schreiben reagierte Pjöngjang laut KCNA auf Fragen des UN-Sanktionsausschusses, die dieser im Zusammenhang mit einer aufgedeckten Waffenlieferung Nordkoreas an den Iran gestellt hatte. Die Waffen, darunter Panzerfäuste und Munition für Granatwerfer, waren vor etwa einem Monat von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einem australischen Schiff beschlagnahmt worden. Der Weltsicherheitsrat will den Fall untersuchen.

Nordkorea hatte Mitte Juni als Antwort auf verschärfte Sanktionen des höchsten UN-Gremiums wegen seines zweiten Atomtests am 25. Mai unter anderem den Bau weiterer Kernwaffen angekündigt. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem das Land im April erneut alle internationalen Inspekteure des Landes verwiesen hat. Die USA verdächtigen das weitgehend abgeschottete Land bereits seit Jahren, ein Anreicherungsprogramm zum Bau von Atombomben zu verfolgen.

Südkorea kritisierte die jüngste Erklärung aus Nordkorea. Dessen Verhalten könne nicht toleriert werden. "Die Regierung wird energisch und stetig mit Nordkoreas Drohungen und Provokationen umgehen", sagte der Sprecher des Außenministerium, Moon Tae Young, in Seoul. Die Position der Führung in Pjöngjang im Atomstreit habe sich nicht geändert.

Nach Spannungen in den vergangenen Monaten war Nordkorea zuletzt wieder auf Südkorea zugegangen. Beide Länder normalisierten unter anderem wieder den Pendelverkehr über die Grenze zum gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Stadt Kaesong und einigten sich auf neue Treffen von durch die Teilung Koreas getrennten Familien. Auch gegenüber den USA hatte Nordkorea seine Bereitschaft zu Gesprächen im Atomstreit signalisiert.

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