Aufruf zu Gewalt
El-Kaida-Vize bedroht die Franzosen

Die Extremisten-Organisation El-Kaida hat einem Zeitungsbericht zufolge zu Gewalt gegen Frankreich aufgerufen. Der stellvertretende Chef des Netzwerkes persönlich, Ajman al-Sawahri, habe eine algerische Salafisten-Gruppe aufgefordert, die „Kreuzzugsnation Frankreich“ zu bestrafen.

HB PARIS. Das berichtete die Tageszeitung „Le Figaro“ unter Berufung auf einen Sicherheitsexperten. Der Fachmann habe die am Montag am fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 veröffentlichte Videobotschaft Sawahris noch einmal überprüft. In ersten Berichten über das Band war hauptsächlich von an die USA und an Israel gerichteten Drohungen die Rede gewesen.

Der Zeitung zufolge forderte Sawahri die algerische Salafisten-Gruppe für Gebet und Kampf (GSPC) auf, „eine Gräte in der Kehle der amerikanischen und französischen Kreuzfahrer zu sein“. Die Gruppe solle „Angst in den Herzen der Verräter und abtrünnigen Söhnen Frankreichs sähen“ und die „Säulen der Kreuzzugs-Allianz zerschmettern.“

Die Regierung in Paris nimmt die Drohungen offenbar sehr ernst. Frankreich bleibe wegen möglicher Anschläge in hoher Alarmbereitschaft, sagte Ministerpräsident Dominique de Villepin. „Ich habe alle Informationen über die Situation überprüft, und sie bestätigen die Bedenken. Wir müssen extrem wachsam und vorsichtig sein, wie seit Jahren. Wir können in unseren Kontrollen nicht nachlassen. Es gibt wirklich ein Risiko.“

Viele Franzosen glauben, dass ihr Land wegen der starken Opposition der Regierung zum Irak-Krieg nicht im Fokus islamisch-motivierter Anschläge steht. Experten zufolge haben das an den Schulen des Landes geltende Kopftuchverbot, enge Verbindungen der Geheimdienste zu früheren nordafrikanischen Kolonien sowie Frankreichs Beteiligung am Nato-Einsatz in Afghanistan jedoch zu einem Image des Landes als „Kreuzzug-Nation“ beigetragen.

Der Terrorismus-Expertin Anne Giudicelli zufolge dominierte die gegen Frankreich gerichtete Botschaft in den vergangenen Tagen die von der GSPC-genutzte Internetseite. Die Gruppe selbst erklärte sich am Donnerstag zu einem Teil der El-Kaida. „Nach rund einem Jahr der Kontakte sind wir glücklich, der moslemischen Nation und unseren moslemischen Brüdern eine frohe Botschaft ankündigen zu können: Die Salafisten-Gruppe für Gebet und Kampf hat sich der Organisation El-Kaida angeschlossen“, erklärte der Anführer der Gruppe, Abdelmalek Droudkel.

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