„Aufruf zur Judenvernichtung“
Iran provoziert mit Karikaturen-Wettbewerb zum Holocaust

Das „Haus der Karikaturen“ in Teheran hat zu einem Wettbewerb mit Zeichnungen aufgerufen, die den Holocaust leugnen. In Berlin reagiert man mit großer Empörung. Ein jüdischer Verband fordert harte Konsequenzen.

BerlinEin Karikaturenwettbewerb im Iran über den Holocaust sorgt für große Empörung in Berlin. Politiker von Union, SPD, Grünen und Linkspartei verurteilten die Aktion scharf und forderten Konsequenzen.

„Der Wettbewerb des iranischen Regimes ist ein Aufruf zum Judenhass und zu ihrer Vernichtung“, sagte der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Volker Beck, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Daher müsse auf die Aktion auch „mit aller Konsequenz“ reagiert werden. „Deutsche und europäische Zeichner, die sich daran beteiligen und den Holocaust leugnen, müssen deshalb auch mit der notwendigen und möglichen Härte der geltenden Strafgesetze verfolgt werden“, forderte Beck.

Jan Korte, stellvertretender Vorsitzender Linksfraktion im Bundestag und Vize der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, nannte den Wettbewerb „widerlich und abstoßend“. „Von der Bundesregierung und der Europäischen Union erwarte ich eine klare Distanzierung von antisemitischer Hetze, egal von wo sie kommt“, sagte Korte dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Satire überspitze die Wahrheit, fügte der Linkspartei-Politiker hinzu. Wer aber, wie der Iran, „wider besseres Wissen Unwahrheiten in die Welt setzt, betreibt schlichtweg Propaganda“.

Kerstin Griese, Mitglied im SPD-Parteivorstand und ebenfalls Vize der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, sagte dem Handelsblatt (Online-Ausgabe), Karikaturen stünden für die Kritik an gesellschaftlichen Zuständen und Parteinahme, oftmals gegen die tatsächlich oder vermeintlich Mächtigen. Wer daher Karikaturen „zur bloßen Beleidigung und zur Verbreitung von Vorurteilen oder gar antisemitischen Stereotypen verwendet, hat deren satirische Tradition völlig missverstanden“. Griese betonte: „Jedem Antisemitismus und jeder Leugnung des Holocaust müssen und werden wir entschieden entgegen treten.“

Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (CDU), sagte, der Aufruf, den Holocaust zu karikieren, sei „nicht nur geschmacklos, sondern zeigt klar den eklatanten Antisemitismus und Antizionismus im Iran“. Europa und auch Deutschland müssten sich hier „deutlich“ positionieren. „Dem wachsenden Antisemitismus und Antizionismus gilt es bei jeder Gelegenheit und in allen Formen entschieden entgegenzutreten“, forderte Mißfelder. „Noch entschiedener als bisher muss die Sicherheit des jüdischen Staates Israel garantiert werden.“

Aufgerufen hat zu dem internationalen Wettbewerb das „Haus der Karikaturen“ in Teheran. Der Wettstreit, bei dem Zeichnungen zur Holocaust-Leugnung prämiert werden sollen, ist eine Reaktion auf die Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“.

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Beste Karikatur wird mit 12.000 Dollar prämiert

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