Aufständische erobern mehrere Städte
Iraker nehmen Ausländer als Geiseln

Erstmals haben Aufständische im Irak Zivilisten als Geiseln genommen, um die Besatzungstruppen unter Druck zu setzen. Schiitischen Milizionären gelang es gleichzeitig, mehrere Ortschaften im Mittel- und Südirak unter ihre Kontrolle zu bringen.

HB BGDAD/FALLIDSCHA. Im sunnitischen Westirak forderten erbitterte Gefechte zwischen US-Truppen und Aufständischen neue Todesopfer. Alleine in Falludscha sollen seit Beginn der US-Offensive Anfang dieser Woche mindestens 280 Iraker getötet worden sein.

Der arabische Nachrichtensender El Dschasira strahlte am Donnerstag ein Video aus, auf dem bewaffnete Geiselnehmer einer Gruppe, die sich „Irakische Mudschahedin-Brigaden“ nennt, drei Japaner festhalten. Dabei handele es sich um einen 32 Jahre alten Fotoreporter, sowie eine Frau und einen Mann, die als Helfer ins Land gekommen waren. Der Sender erklärte, die Gruppe habe angekündigt, die Geiseln drei Tage nach Ausstrahlung des Videos zu töten, falls die japanischen Truppen bis dahin nicht das Land verlassen hätten. Ein Sprecher der Regierung in Tokio sagte, die japanischen Soldaten seien zum Wiederaufbau im Irak. Die Regierung sehe daher keinen Grund, sie abzuziehen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf das Außenministerium in Seoul, die Geiselnehmer hätten acht Südkoreaner entführt. Eine Geisel habe später entkommen können. Der südkoreanische Botschafter im Irak stehe im Kontakt mit den Aufständischen.

El Dschasira meldete, ein britischer Zivilist sei ebenfalls entführt worden. Das Außenministerium in London erklärte, ein 37 Jahre alter Brite, der für eine Firma auf einer US-Luftwaffenbasis in Nasirija gearbeitet habe, werde seit Dienstag vermisst. Ob er entführt wurde, konnte das Ministerium nicht sagen.

Das spanische Verteidigungsministerium dementierte Behauptungen der Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr, die erklärt hatten, sie hätten mehrere Soldaten in ihre Gewalt gebracht, darunter auch einige Spanier. Ein Sprecher des Predigers hatte gesagt, die Soldaten könnten gegen den von den Koalitionstruppen verhafteten Geistlichen Scheich Mustafa el Jakubi ausgetauscht werden. Muktada el Sadr selbst hält sich nach Angaben seiner Anhänger in der Imam-Ali-Moschee in Nadschaf auf, einem der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten.

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