Aufständische halten etwa zehn Geiseln im Irak fest
Irakische Extremisten drohen Südkorea

Moslem-Extremisten halten anscheinend bis zu zehn Geiseln im Irak fest. Dabei haben sie auch mit der Enthauptung eines Südkoreaners gedroht, falls dessen Heimatland nicht bis zur Nacht auf die Verstärkung seiner Truppen verzichtet.

HB SEOUL. Der arabische Fernsehsender El Dschasira strahlte in der Nacht zum Montag ein Video aus, auf dem eine Gruppe maskierter und bewaffneter Männer sowie der gefangene Koreaner zu sehen waren. Mit einem dramatischen Appell richtete sich darin der 33-jährige Kim Sun Il an die Regierung in Seoul: „Bitte geht weg! Ich will nicht sterben“, schrie er in die Kamera. Im südkoreanischen Fernsehen wurden die Aufnahmen immer wieder gezeigt. Die Regierung lehnte es jedoch ab, auf die Entsendung von 3000 zusätzlichen Soldaten zu verzichten.

Eineinhalb Wochen vor der geplanten Machtübergabe im Irak hielt die Gewalt weiter an. In Ramadi wurden die Leichen von vier US-Soldaten gefunden, die Augenzeugen zufolge von Aufständischen getötet wurden.

„Wir haben Sie aufgefordert, Ihre Truppen aus unserem Land abzuziehen und keine weiteren Truppen zu schicken, und wenn Sie sich nicht daran halten, schicken wir Ihnen den Kopf dieses Koreaners“, sagte einer der Maskierten auf dem an die Regierung in Seoul gerichteten Video neben der zu Tode geängstigten Geisel. Die Regierung habe 24 Stunden Zeit, die Forderung zu erfüllen. Auf einem Transparent im Hintergrund war Jamaat el Tauhid und Dschihad zu lesen - der Name einer Gruppe, die von dem El-Kaida-Extremisten Abu Musab el Sarkaui, einem Jordanier, angeführt wird. Die Gruppe hatte im Mai bereits die US-Geisel Nick Berg enthauptet. Auch in Saudi-Arabien war vor wenigen Tagen eine US-Geisel von der El Kaida Osama bin Ladens geköpft worden.

Kim war am 17. Juni in Falludscha entführt worden. Er wollte im Juli in seine Heimatstadt Pusan zurückkehren, um mit seiner Familie den 70. Geburtstag seines Vaters zu feiern. „Er sollte durch Verhandlungen frei kommen“, sagte Kims Vater schluchzend dem Fernsehsender YTN. „Er muss gerettet werden. Mein Leben ist ohne ihn vorbei.“

Seite 1:

Irakische Extremisten drohen Südkorea

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%