Aufstand im Jemen: Schüsse aufs Volk - Dutzende Verletzte

Aufstand im Jemen
Schüsse aufs Volk - Dutzende Verletzte

Die Libyen-Krise überlagert einen anderen Konflikt im Nahen Osten: Im Jemen sind Dutzende Menschen bei Demonstrationen verletzt und fast 30 getötet worden. Wie Gaddafi lässt auch Dauerpräsident Salih aufs Volk schießen.
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SanaaDie Polizei im Jemen hat nach Angaben von Ärzten in der Hauptstadt Sanaa auf Demonstranten geschossen und dabei mindestens 65 Menschen verletzt. Der britische Sender BBC sprach von mindestens 50 Verletzten. In anderen Berichten war sogar von wenigstens 75 Verletzten die Rede. Sechs der Verwundeten seien in ernstem Zustand, hieß es aus Krankenhaus-Kreisen am Dienstag weiter. Die Menschen hatten den Angaben zufolge einen Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Salih gefordert, der seit 32 Jahren im Amt ist.

Augenzeugen zufolge hatten Polizisten und andere Sicherheitsbeamte in Zivilkleidung auf die Menschen geschossen. Tausende von Menschen hatten in der Hauptstadt erneut den Rücktritt von Präsident Ali Abdulla Salih verlangt. Wie der arabische Nachrichtensender Al Dschasira weiter berichtete, eröffneten Polizisten und Sicherheitsbeamte das Feuer, als Demonstranten sich dem Protest von Tausenden anschließen wollten, die seit Wochen vor der Universität der Hauptstadt campieren.

Die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtete hingegen, die Schüsse gingen auf das Konto eines Stammesführers. Drei Demonstranten und drei Polizisten seien dabei verletzt worden.

Bewohner der etwa 60 Kilometer südlich von Sanaa gelegenen Stadt Dhamar erklärten, in ihrem Ort seien am Dienstag etwa 10.000 Menschen aus Protest gegen Salih auf die Straße gegangen. Dhamar ist die Heimatstadt des Präsidenten. In den vergangenen Wochen kamen bei Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern und Demonstranten im Jemen mindestens 27 Menschen ums Leben.

Während einer Revolte im Zentralgefängnis der Hauptstadt Sanaa erschossen Wächter am Dienstag mindestens einen Häftling, wie jemenitische Medien berichteten. Bei Al-Dschasira hieß es unter Berufung auf einen Häftling, es seien drei Gefangene getötet und vier verletzt worden. Die Gefangenen forderten mehr Rechte und den Rücktritt von Präsident Salih.

Im Jemen hatte das Militär am Freitag zwei Demonstranten getötet, die gegen die Korruption auf die Straße gegangen waren. Die Proteste gegen die jemenitische Führung weiteten sich auf mehrere Verwaltungsbezirke des Landes aus.

Im Süden des Landes schoss die Polizei bei zwei Kundgebungen mit scharfer Munition in die Luft, um die Menge der Demonstranten auseinanderzutreiben. Salih regiert seit 1978 über das Land im Süden der arabischen Halbinsel. Bislang hatte er lediglich angekündigt, im Jahr 2013 nicht mehr für das höchste Staatsamt kandidieren zu wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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