Aufstand
In Bangladeschs Hauptstadt toben Gefechte

Nach einem Aufstand von Soldaten sind im Hauptquartier der Grenztruppen von Bangladesch am Mittwoch heftige Kämpfe ausgebrochen. Die Hintergründe für die Gefechte waren zunächst unklar.

HB DHAKA/NEU DELHI. Bei den Gefechten zwischen Armee-Einheiten und paramilitärischen Truppen wurden einem Arzt zufolge mindestens ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt. Auf dem Gelände der paramilitärischen Organisation „Bangladesh Rifles“ (BDR) in der Hauptstadt Dhaka waren Schüsse und Artilleriefeuer zu hören. „Sie feuern mit Maschinengewehren, Geschützen und anderen Waffen“, sagte ein Polizist in der Nähe der Gefechte. Nach dem Ausbruch von Feuern steht dichter Rauch über dem Gebäudekomplex im Stadtzentrum. Die Zeitung „The Daily Star“ berichtete in ihrer Onlineausgabe, die meuternden Sicherheitskräfte hätten den einen Quadratkilometer großen Geländekomplex abgeriegelt.

Augenzeugen berichteten, Soldaten der Armee seien am Mittwoch in das BDR-Hauptquartier eingedrungen und hätten in der Umgebung Stellung bezogen. Nach örtlichen Medienberichten wurden vor dem Gebäude mindestens vier Zivilisten durch Querschläger verletzt. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Einheiten der regulären Streitkräfte sperrten das Gelände im Stadtteil Pilkhana weiträumig ab. Zuvor seien die Regierungstruppen von den schwer bewaffneten Aufständischen darin gehindert worden, auf das Gelände vorzudringen, berichteten Augenzeugen.

Das Gebäude der BDR beherberge auch eine Schule, erklärten Wachleute. Vielen Schülern sei der Fluchtweg versperrt. Das Verteidigungsministerium forderte die angreifenden Soldaten auf, die Waffen niederzulegen und in ihre Kasernen zurückzukehren. Ministerpräsidentin Sheikh Hasina werde sich die Forderungen der Soldaten anhören und sie so weit wie möglich erfüllen. Um welche Forderungen es sich handelt, ging aus der Erklärung nicht hervor.

Regierungskreise im Nachbarland Indien äußerten sich unterdessen besorgt über die Situation in Bangladesch. Zwar gehe Neu Delhi davon aus, dass es sich nicht um einen Militärputsch handelt. Dennoch seien die indischen Grenztruppen in Alarmbereitschaft versetzt worden, hieß es. Indien und Bangladesch haben eine mehr als 4000 Kilometer lange gemeinsame Grenze.

In Bangladesch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu erfolgreichen und gescheiterten Putschversuchen des Militärs. Im Dezember hatte die Partei von Sheikh Hasina die ersten freien Wahlen nach einer zweijährigen Militärherrschaft gewonnen und damit Hoffnungen aufkommen lassen, das südasiatische Land zu mehr Stabilität und Demokratie zu führen.

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