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Aufstieg zur Wirtschaftsmacht: Einst belächelter Billigheimer, heute Konkurrent

Das asiatische Jahrhundert ist Realität - doch es sieht anders aus als vor einigen Jahren erwartet. Asiens aufstrebende Volkswirtschaften wollen hoch hinaus. Indische und chinesische Manager aber planen ihren Aufstieg zur Wirtschaftsmacht ohne den Westen.

Einkaufsstraße in Indien: Der Subkontinent strotzt vor Selbstbewusstsein. Quelle: LAIF
Einkaufsstraße in Indien: Der Subkontinent strotzt vor Selbstbewusstsein. Quelle: LAIF

NEU-DEHLI. Noch fliegt die Comac C919 nicht, aber China ist jetzt schon mächtig stolz auf das Flugzeug. "Sehen Sie, das Gepäckfach geht ganz leicht auf, und es sitzt so hoch, dass mein Kopf nicht anstößt", lobt eine Reporterin des Staatsfernsehens den ersten chinesischen Passagierjet. Konkreteres kann sie auch nicht berichten - über Flugeigenschaften, Steuersysteme oder Triebwerke schweigt der Hersteller.

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Stattdessen wird das Management nicht müde, die große Zukunft der chinesischen Flugzeugindustrie zu preisen: In fünf Jahren soll die Comac 919 der Commercial Aircraft Corp. auf dem Markt sein und es mit Airbus und Boeing aufnehmen. Zumindest die Abnahme hoher Stückzahlen durch Chinas rasend schnell expandierende Airlines ist garantiert: Wie Comac selbst stehen diese Fluglinien unter dem Einfluss des Staates.

Asiens aufstrebende Volkswirtschaften wollen hoch hinaus. Vor zehn Jahren hieß es, das 21. Jahrhundert werde das asiatische Jahrhundert werden - die Vorhersage scheint einzutreffen. Die Entwicklung in Fernost dominiert das weltweite Geschehen, ob in der Politik oder in der Wirtschaft.

Die Krise hat Europa und Amerika unglaubwürdig gemacht

Unerwartet dagegen: Europa und Amerika sind keine Vorbilder mehr für die Schwellenländer. Durch die Finanzkrise haben die alten Industrieländer Glaubwürdigkeit verloren. Bewusst suchen die Asiaten ihren eigenen Weg - und finden dabei oft überraschende Lösungen.

Vor allem China und Indien als die bevölkerungsreichsten Länder der Erde strotzen vor Selbstbewusstsein. Zunächst wandelte sich China in der Wahrnehmung des Westens vom belächelten Billigproduzenten zum gefürchteten Wettbewerber. Jetzt geschieht das Gleiche mit Indien. Nun sorgt sich die deutsche Industrie über das geplante Freihandelsabkommen der EU. Es dürfe keinen Abschluss auf Kosten einzelner Branchen geben, warnt der Industrieverband BDI.

Die Angst vor dem rasanten Tempo des Aufstiegs indischer Vorzeigebranchen wie Automobilbau und neuerdings Pharma ist groß. Die Firmen vom Subkontinent geben sich nicht mit dem schnell wachsenden Heimatmarkt zufrieden. Sie machen dem Westen auf den Weltmärkten Konkurrenz. Indiens Arzneimittelhersteller etwa gehören zur Weltspitze bei Generika. Die preisgünstigen Nachahmerprodukte sind auch für Deutsche Krankenkassen ein Weg, um Kosten zu senken.

  • 03.01.2011, 12:13 UhrAnonymer Benutzer: Verstehe ich das?

    ich verstehe diesen Artikel nicht!

    Es ist doch pippi-einfach ein Automobilunternehmen aufzumachen, wenn man Geld in der Hinterhand hat. Das Geld kam aus dem Westen als "investition" und wurde indischen und chinesischen Geschäftsleuten gegeben. Ausser dass heute andere Leute das Sagen haben und der Ort in Asien liegt, hat sich nichts verändert. Soweit "business as usual".

    Aber bis diese Länder indien und China ihren "heimischen Markt" wirklich aufbauen können, leben sie noch vom Export. Denn einen Markt zeichnet ein vorhandenes "Kaufpotential" aus! in China und indien bleibt da noch viel zu tun, zu groß ist auch dort die Schere zwischen arm und reich und von Gehältern, die ein großflächiges Kaufpotential bewirken, träumt man da bisher nur...

  • 03.01.2011, 04:53 UhrAnonymer Benutzer: Peter Petronius

    Und diese Wirtschaftswunder bei unglaublichen Problemen mit infrastruktur, wachsenden sozialen Spannungen, etc.etc., aber auch herablassender Arroganz aus dem Westen! "Solche Menschenrechtsverletzer können doch nicht ernst genommenwerden..." ich möchte mal den US- oder EU-Politiker sehen, der ein Milliarden-Volk im Umbruch regieren soll.
    Schliesslich: Als Liberaler habe ich immer an small government geglaubt. inzwischen sehe ich am asiatischen beispiel, dass eine ausreichende Ordnung hergestellt werden muss, um Massengesellschaften einigermassen in der balance zu halten. Das fängt im bildungswesen an und schliesst motivationsfeindliche soziale Umverteilung á la EU weitgehend aus. Die Konkurrenz aus Asien sollte uns zu denken geben. Der Export von Luxusprodukten mit Prestigefaktor, Autos, Parfum, Whisky etc. wird unseren Wohlstand nicht sichern.

  • 02.01.2011, 18:40 UhrAnonymer Benutzer: Zukunft

    Die Ägypter und die Griechen waren auch mal richtig groß. bei politischen und industriellen Fehlentscheidungen droht halt irgendwann der Kollaps. Die Asiaten sind auf dem Vormarsch. Auch wenn in Asien noch sehr viel fehlt - das ist das Zeichen, dass auch noch sehr viel investiert werden muss und kann. Das wird diese Nationen noch weiter nach vorne bringen. Geschieht natürlich nicht innerhalb von 5 Jahren. Aber wenn man die Entwicklung der letzten 20 Jahre beobachtet, weiß man, wer in Zukunft den Ton angeben wird. Amerika und Europa werden es wohl nicht sein. Hier herrscht bereits zuviel Dekadenz und Wohlstandsdenken.

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