Auftakt der Proteste in Australien
Weltweite Proteste zum ersten Jahrestag des Irak-Kriegs

Aus Anlass des Jahrestages des Irak-Krieges finden heute in der ganzen Welt Protestveranstaltungen statt. Die USA riefen ihre Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf.

HB BERLIN. Die Serie der geplanten Friedensdemonstrationen aus Anlass des Jahrestages des Beginns des Irakkrieges hat am Samstag in Australien ihren Ausgang genommen, wo tausende Menschen auf die Straße gingen. In Sydney verlangten etwa 3000 Menschen den Abzug der australischen Truppen aus Irak.

«Binnen der nächsten 24 Stunden werden weltweit Millionen Menschen ihre Regierungen aufrufen, keinen Krieg zu führen, sondern den Menschen Frieden zu bringen», sagte Pamela Curr vom Organisationsteam in Sydney. In Melbourne im Süden Australiens sprach der Vater des in Guantánamo inhaftierten David Hicks vor einer Menge von 3000 Demonstranten. Hicks wird seit zwei Jahren auf der US-Militärbasis in Kuba ohne Anklage festgehalten.

In Tokio nahmen 30.000 Menschen an einer Demonstration teil. Sie forderten einen Abzug der japanischen Soldaten aus Irak. «Lasst Bush fallen statt Bomben» war auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen.

Zu Zusammenstößen kam es auf den Philippinen, als die Polizei rund 500 Demonstranten den Weg zur US-Botschaft in Manila versperrte.

In Südkorea gingen in mehreren Städten tausende von Menschen auf die Straße. Die Organisatoren der zentralen Kundgebung in der Hauptstadt Seoul erwarteten bis zu 100.000 Teilnehmer. Sie hofften, dass sich die Proteste gegen den Krieg mit den seit Tagen andauernden Demonstrationen gegen die Amtsenthebung von Präsident Roh Moo Hyun vermengen würden.

Krieg hat Terrorismus verschärft

In Hongkong war eine Demonstration zum Konsulat der Vereinigten Staaten geplant. Der Irak-Krieg habe den Terrorismus weiter geschürt, kritisierte der Aktivist Lau San Ching.

In San Francisco gingen schon am Freitag knapp 1.000 Menschen auf die Straße, um ihre Ablehnung von Bushs Irak-Politik zu bekunden. Die Polizei nahm 19 Demonstranten fest, unter anderem wegen Übergriffs auf einen Beamten und Blockade einer Firma, die führend am Wiederaufbau Iraks beteiligt ist.

Kritik an Bush-Regierung

Eine weitere Großdemonstration ist in New York geplant. Dabei solle es nicht nur um den Irak-Krieg sondern um die Politik der Bush-Regierung insgesamt gehen, so die Organisatoren. Landesweit sind 250 Veranstaltungen angekündigt.

Das US-Außenministerium warnte am Freitag vor Anschlägen auf amerikanische Einrichtungen im Ausland. Man habe Hinweise auf entsprechende Planungen der Al Qaeda. Möglich seien «Selbstmordanschlägen, Entführungen, Flugzeugentführungen oder Bombenanschlägen» vor allem auf Transport- und Verkehrsmittel. Amerikaner wurden aufgefordert, von Ausländern besuchte Orte wie Hotels, Restaurants und Schulen zu meiden. In Zukunft könne Al Qaeda auch unkonventionelle Waffen einsetzen, heißt es weiter.

Lafontaine als Redner

In Deutschland gingen Menschen in Frankfurt und München auf die Straße. Allerdings versammelten sich an beiden Orten nur 200 bis 300 Protestierende. Eine der größten Demonstrationen soll am Nachmittag vor der US-Luftwaffenbasis in Ramstein stattfinden. Dort wird der frühere SPD-Chef Oskar Lafontaine als Redner erwartet.

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