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Auftritt in Brüssel: Der Rausch des Karl-Theodor zu Guttenberg

Ein erster Comeback-Versuch ist gescheitert, aber Karl-Theodor zu Guttenberg kann nicht anders: Wie sein heutiger Auftritt in Brüssel zeigt, braucht er die Bühne wie die Luft zum Atmen. Das Psychogramm eines Süchtigen.

BrüsselEs muss etwas mit Sucht zu tun haben. Ohne die öffentliche Bühne kann Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg offenbar nicht leben. Anders ist es kaum zu erklären, dass er an diesem Montag das Scheinwerferlicht im Brüsseler Berlaymont-Gebäude sucht, dem Sitz der EU-Kommission.

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Um das Internet soll es gehen, und darum, welche Dynamik es entwickeln kann, wenn viele Menschen über einen unzensierten Zugang verfügen. Die Kommissarin für Digitale Angelegenheiten, Neelie Kroes, hat sich den Freiherrn an die Seite geholt, um mit ihm für die Freiheit des Internets in autoritären Staaten zu kämpfen. Guttenberg ist im Auftrag der amerikanischen Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS), in deren Diensten er seit einigen Monaten steht, in Brüssel.

Potenzielle Parteigründer „Ich mach' mir meine eigene Partei"

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Kroes betont, dass sie Guttenberg eingeladen habe, damit er die Kommission berät. Und sie hat ihn schon im Sommer gefragt, als Plagiatsaffäre und Rücktritt erst wenige Monate vorbei waren. „Wir brauchen keine Heiligen, wir brauchen Talente die uns unterstützen“, sagt die Kommissrain. „Dafür ist er der Richtige.“

Davon ist auch Karl-Theodor zu Guttenberg überzeugt. „Ich habe selber die Erfahrung mit der Macht des Internets gemacht und erlebt, welche Kraft sich darin entfalten kann“, sagt er. Die Kraft, die Guttenberg zu Fall brachte, will die Kommission künftig nutzen, um  Netzaktivisten, Blogger und sonstige zivilgesellschaftliche Akteure in autoritären Staaten zu unterstützen.

Doch um das Anliegen der Kommission geht es an diesem Morgen nur am Rande. Schnell gilt das Interesse der Medienschar nur dem prominenten Gast aus Deutschland. Nein, er werde in den nächsten Monaten nicht nach Deutschland zurückkehren, sagt Guttenberg. „Ich habe meinen Lebensmittelpunkt in den USA.“

100 Kommentare

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  • 13.12.2011, 12:53 UhrTigon

    Ich finde Guttenberg paßt prima zur EU schließlich sind die anderen dort ebensolche "Talente" insbesondere der Selbstdarstellung, Selbstüberschätzung und der Egozentriertheit in Kombination mit einem höchst entwickelten "Selbsterhaltungstrieb" was erlangte Positionen, Einfluß und finanzielle Bezüge angeht. Mußte Guttenberg in D zurücktreten, wird dies auf europäischer Ebene nicht nötig sein (siehe Koch-Mehrin), denn schließlich ist in diesen kreisen die demokratische Legitimation und Verantwortlichkeit zwar eine häufig benutzte Floskel, aber tatsächlich realisiert ist sie nicht.

  • 13.12.2011, 12:51 UhrSuRai

    Mit Brille und Gel aber auch ...:-)

  • 13.12.2011, 00:43 UhrMoralwaechter

    Nein, man muss sich eher vor Menschen wie dem Herrn Blender und Schumler fürchten....Wo ist die Moral in unserer Gesellschaft geblieben....warum regiert nur Geld, Macht, Ignoranz und Frechheit in unserer Gesellschaft?? Wo bleibt die Moral, die Verantwortung für unsere Gesellschaft?? Jeder sucht nur noch seinen eigenen Vorteil!! Warum?? Ist dies der Sinn und Zweck unseres Lebens auf der Erde?? Warum MÜSSEN die Reichen immer reicher werden?? Dies kann und darf nicht RICHTIG sein!! Über HartzIV Empfänger wird fast alles protokolliert, über die richtig Reichen wird rein gar Nichts kommuniziert...DIES IST NICHT RICHTIG....Ich sage nur, es wird alles noch viel schlimmer kommen, wenn wir das gut ausgebildete Volk nicht endlich aufstehen und uns zur Wehr setzen und auf die Straße gehen, um gegen diese Ungerechtigkeit zu demonstrieren!!!

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