Auftritt in Düsseldorf
Erdogan warnt vor deutscher Ausländerfeindlichkeit

Bei einem Auftritt in Düsseldorf fordert der türkische Ministerpräsident Erdogan seine in Deutschland lebenden Landsleute zur Integration auf. Gleichzeitig kritisiert er die deutsche Ausländerfeindlichkeit.
  • 12

DüsseldorfDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine in Deutschland lebenden Landsleute zur Integration aufgefordert. „Ich sage Ja zur Integration. Ihr müsst euch integrieren, aber ich bin gegen Assimilation,“ rief er den rund 10000 Zuhörern am Sonntagabend in einer Düsseldorfer Veranstaltungshalle zu. Die Gesellschaft, in der sie lebten, müsse in Ruhe leben können. Das Recht auf Religionsfreiheit dürfe ihnen aber nicht genommen werden.

Er beobachte Ausländerfeindlichkeiten in Deutschland und anderen Ländern mit Argwohn, sagte Erdogan. „Islamphobie ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, genauso wie Antisemitismus.“ Jeder habe das Recht, seinen Glauben auszuleben.

Erdogan, der sich im Sommer zur Wiederwahl stellt, pries vor seinen Landsleuten die Entwicklung der Türkei in den vergangenen Jahren an. Das Land habe sich zu einem modernen, international anerkannten Staat entwickelt. „Die Türkei steht auf der ganzen Welt für Gerechtigkeit. Die Türkei schreit auf, wenn es Ungerechtigkeit gibt. Die Türkei erhält heute keine Hilfe mehr, sondern leistet Hilfe“, rief Erdogan seinen Landsleuten zu. Das Land habe eine starke Wirtschaft und sich in der Krise behauptet. Der Staat investiere in Infrastruktur wie Autobahnen und Eisenbahnstrecken, aber auch in Rüstung wie Kampfhubschrauber und Kriegsschiffe.

Erdogan war mit einstündiger Verspätung zusammen mit seiner Frau unter tosendem Beifall in die Halle eingezogen. Die türkischen Zuhörer reisten mit Bussen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern an.

Mit Blick auf eine ähnliche Rede, die Erdogan vor drei Jahren in Köln vor Landsleuten gehalten hatte und mit der er heftige Kritik in der deutschen Politik geerntet hatte, sagte der türkische Premier: „Wir werden nicht erlauben, dass meine Worte in den deutschen Medien verdreht werden.“ 

Um türkischen Bürgern die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft leichter zu machen, sollen künftig alle, die den türkischen Pass abgeben, eine sogenannte Blaue Karte erhalten, die in der Türkei die Funktion eines Personalausweises erfüllen soll.

An diesem Montag eröffnet Erdogan in Hannover zusammen mit Merkel die Computermesse CeBIT, bei der die Türkei das Partnerland ist.

Seite 1:

Erdogan warnt vor deutscher Ausländerfeindlichkeit

Seite 2:

Kommentare zu " Auftritt in Düsseldorf: Erdogan warnt vor deutscher Ausländerfeindlichkeit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Erdogan weiß nicht was „Ausländerfeindlichkeit“ bedeutet. Dabei wird einfach eine Deutsche von einem Türken vergewaltigt weil sie „Deutsche“ ist aber eine Türkin würde er nicht vergewaltigen. In Hamburg wird einfach ein 19jähriger einfach ermordet, weil der „Afghane“ einfach dazu Lust hatte.

    In diesen Fällen war es „Deutschfeindlichkeit“, wenn Menschen aufgrund ihrer Rasse, Volk oder Glauben verfolgt werden.

    Die Türkei erhält von der BRD enorme Geldmittel aus dem Entwicklungsetat, die Deutschen Krankenkassen habe im letzten Jahr über 7 Mrd. Euro nach der Türkei überwiesen. Wir dulden derzeit über 1,8 Millionen Türkische Gastarbeiter bei einer Massenarbeitslosigkeit von über 8 Millionen. Wir sind der größte Handelspartner der Türkei, wenn wir es möchten geht in der Türkei das „Licht“ aus.

    Wichtig ist die Einhaltung des Anwerbeabkommens mit der Türkei von 1961, in diesen Abkommen ist die Rückführung der Türkischen Gastarbeiter geregelt. Wenn die Bundesregierung den Wunsch äußert die Gastarbeiter nach Hause zu schicken, ist die Türkische Regierung verpflichtet die notwendigen Papiere zur Verfügung zu stellen.

    Darum ist jetzt die Rückführung der Gastarbeiter in die Wege zu leiten.

  • „Die Gesellschaft, in der sie lebten, müsse in Ruhe leben können. Das Recht auf Religionsfreiheit dürfe ihnen aber nicht genommen werden.“

    Verstehe ich das richtig, wir sollen mit denen hier in Ruhe leben können und sie gestehen uns in unserem Land Religionsfreiheit zu? Kauders Forderung , erst dann weitere Kapitel zu eröffnen ist nicht aus der Luft gegriffen und die EU tut gut daran, diese Forderung unnachgiebig durchzusetzen und bei Nichterfüllung die Verhandlungen solange zu unterbrechen, bis sie vollständig erfüllt ist.

    „Er beobachte Ausländerfeindlichkeiten in Deutschland und anderen Ländern mit Argwohn, sagte Erdogan.“

    Sehr interessant seine Beobachtung, ist ihm auch schon aufgefallen daß dies auf dem Prinzip Ursache und Wirkung basiert? Könnte es sein, daß ein großer Teil der autochthonen Gesellschaft schlicht die Nase voll hat, wenn sie das Auftreten erschreckend vieler Türken ihr gegenüber reflektiert?

    „Jeder habe das Recht, seinen Glauben auszuleben.“

    Und wie sieht es mit der Religionsfreiheit in der TR aus? In einem islamischen Staat gibt es keine vergleichbare Religionsfreiheit, wie in westeuropäischen Staaten.

    „Um türkischen Bürgern die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft leichter zu machen, sollen künftig alle, die den türkischen Pass abgeben, eine sogenannte Blaue Karte erhalten, die in der Türkei die Funktion eines Personalausweises erfüllen soll.“

    Damit unterläuft die TR das Verbot der Doppelstaatlichkeit für Türken in D. Es geht also nicht um Integration, sondern um weitere Unterwanderung im Sinne türkischer Politik.

  • Es zeigt die ganze Arroganz und Überheblichkeit des türkischen Ministerpräsidenten gegen über seinem Gastland, wenn er auf deutschem Boden vor Ausländerfeindlichkeit warnt!!!
    Er sät Sturm und Abneigung in der BRD gegen die Türkei und die Türken in der BRD.
    Die Bundesregierung muss sofort die Beziehungen zur Türkei überdenken.
    Er führt sich als Gast, wie ein Berserker auf, auf solche Gäste kann die BRD ganz gut verzichten.
    Er ist für mich ein Brunnen vergifter, und setzt bewusst auf dieses Auftreten.
    Kein deutscher Politiker hat das Recht, einen Beitritt der Türkei zu fordern oder zu fördern. Die Türkei darf nie in die EU aufgenommen werden, oder es gibt neue Konflikte in Europa wegen der Türkei.
    Danke

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%