Aufwertung des Yuan
China deutet Bewegung im Währungsstreit an

China will den Forderungen der EU nach einer Aufwertung der Landeswährung Yuan offenbar ein Stück entgegenkommen. Laut Ministerpräsident Wen Jiabao soll der Markt eine größere Rolle bei der Bewertung des Yuan spielen. Eine Einschränkung machte der chinesische Staatschef allerdings.

PEKING. Nach Gesprächen mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, und weiteren Spitzenvertretern der EU sagte Wen, China werde sein Wechselkursmanagement „perfektionieren und dem Markt erlauben, eine stärkere Rolle bei der Bestimmung des Yuan-Kurses zu spielen“. Allerdings fügte der Regierungschef einschränkend hinzu, dass der bilaterale Wechselkurs nicht der entscheidende Faktor für das drastische Handelsdefizit zwischen der EU und China sei. Für den Wertzuwachs des Euro im Vergleich zum Yuan sei vielmehr der schwache Dollar verantwortlich.

Anfang der Woche waren Trichet, EU-Währungskommissar Joaquin Almunia und der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister und Finanzminister Jean-Claude Juncker zu Gesprächen nach Peking geflogen. Juncker sagte gestern, die EU erwarte jetzt, „dass die chinesische Regierung sich beschleunigt einer Flexibilisierung des Yuans annähert. Es darf keine Mini-Schritte geben.“

Die EU kritisiert seit Jahren die Unterbewertung des Yuan und das für die europäische Exportwirtschaft ungünstige Verhältnis zum Euro. Aus Sicht führender EU-Politiker ist der künstlich abgewertete Yuan einer der Hauptgründe für das Ungleichgewicht im chinesisch-europäischen Handel. Nach Brüsseler Schätzungen wird das EU-Handelsbilanzdefizit mit China Ende dieses Jahres 170 Mrd. Euro erreicht haben.

Aus Sicht Wen Jiabaos dagegen sind die handelspolitischen Differenzen zwischen beiden Seiten vor allem den „verschiedenen Rollen in der Arbeitsteilung in der Weltwirtschaft zuzuschreiben“. Zudem trügen Firmen in China mit europäischer und anderer ausländischer Beteiligung zu 60 Prozent zu den chinesischen Exporten bei, seien damit die „hauptsächlichen Nutznießer“ des Handelsüberschusses. China werde aber weiterhin versuchen, die Binnennachfrage zu stärken, den Marktzugang nach internationalen Regeln auszuweiten und die Abhängigkeit von seinen Exporten zu verringern.

Am Mittwoch traf die Euro-Troika den Gouverneur der chinesischen Notenbank, Zhou Xiaochuan. Auch Zhou ließ anschließend seine Bereitschaft durchblicken, auf die Sorgen der Europäer einzugehen. In einer von der Zentralbank verbreiteten Presseerklärung hieß es, „drastische Bewegungen der Wechselkurse“ sollten ebenso vermieden werden wie „globale währungspolitische Ungleichgewichte“.

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