Augenzeugen des Anschlags von Nizza
„Ein Alptraum – ich war inmitten von Leichen“

In Nizza spielte sich ein unfassbares Grauen ab: Ein Mann fährt mit einem Lkw über die Küstenpromenade und tötet mehr als 84 Menschen – darunter auch viele Kinder. Augenzeugen berichten von grausamen Szenen.

ParisBinnen weniger Sekunden wird der Ort der fröhlichen Feier zum Schauplatz des blutigen Grauens. Mit brachialer Gewalt rast ein Lkw am Donnerstagabend auf dem Strandboulevard von Nizza in eine Menschenmenge, die gerade ein farbenfrohes Feuerwerk anlässlich des französischen Nationalfeiertags bestaunt hat. Männer, Frauen und Kinder rennen panisch in alle Richtungen davon, doch dutzende Menschen werden von dem 19-Tonner zerquetscht.

Mindestens 84 Menschen sterben bei dem Anschlag auf der von Palmen gesäumten Promenade des Anglais am Strand von Nizza, 18 Menschen schweben am nächsten Morgen noch immer in Lebensgefahr. Acht Monate nach den islamistischen Anschlägen von Paris ist Frankreich ausgerechnet an seinem Nationalfeiertag erneut Ziel einer blutigen Attacke geworden - das Entsetzen ist grenzenlos.

Der AFP-Journalist Robert Holloway ist als Tourist in Nizza und bekommt den Anschlag kurz nach Ende des Feuerwerks gegen 23.00 Uhr mit. Der Lastwagen sei „mit vollem Tempo auf die Leute zugerast“, die gerade nach Hause gehen wollten, berichtet er. „Ich war ungefähr hundert Meter entfernt und hatte nur wenige Sekunden, um auszuweichen.“

„Wir sahen, wie Leute getroffen wurden und wie Gegenstände umherflogen“, berichtet Holloway. „Ich musste mein Gesicht vor den umherfliegenden Gegenständen schützen.“ Panik breitet sich aus, die Menschen rennen um ihr Leben. „Die Leute haben geschrien, es war das absolute Chaos.“

„Wir haben hunderte Leute gesehen, die gerannt sind, um sich in Sicherheit zu bringen“, sagt eine 37-Jährige der AFP. „Darunter waren auch Kinder.“ Viele Familien waren gekommen, um sich am Abend des 14. Juli das traditionelle Feuerwerk anzuschauen. Auch unter den Toten sind Kinder.

Im Fernsehsender BFMTV berichtet ein Augenzeuge, er habe zuerst gedacht, dass der Lkw-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren habe. „Er hat genau vor mir angehalten, nachdem er viele Leute überfahren hatte. Ich habe einen anderen Mann auf der Straße gesehen, wir haben gemeinsam versucht, mit dem Fahrer zu sprechen, damit er aufhört.“ Dann habe der Täter eine Waffe gezogen und auf Polizisten geschossen. „Sie haben ihn getötet und sein Kopf hing aus dem Fenster.“

Zwei Kilometer ist der Lastwagen zuvor durch die Menschenmenge gerast und hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Auf dem Boulevard des bei Touristen beliebten Badeorts bietet sich ein Bild des Schreckens, Dutzende Leichname liegen aufgereiht nebeneinander, bedeckt von Tüchern.

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