Aus 15.000 wurde 24.000
Regierungspartei in Simbabwe erklärt Wahlsieg

HB BERLIN. Die Regierungspartei Zanu-PF des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe hat sich am Freitag zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai warf der Regierung vor, seiner Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC) den Sieg gestohlen zu haben. Er rief die Menschen auf, ihr Votum zu verteidigen.

Die Zanu-PF hat nach eigenen Angaben genügend Sitze für eine Mehrheit im neuen Parlament gewonnen. In den ersten Ergebnissen hatte die Opposition überraschend gut abgeschnitten. Die Auszählung begann aber auch in den Wahlkreisen, in denen die Opposition traditionell stark ist.

Ein Führungsmitglied der herrschenden Zanu-PF sagte dabei schon voraus, fast alle übrigen der insgesamt 120 zur Wahl stehenden Mandate an die Regierungspartei gehen würden. 30 weitere Abgeordnete werden direkt von Mugabe ernannt.

Auch die Opposition sagte, wegen Manipulationen während der Abstimmung rechne sie damit, die Wahl zu verlieren. «Die Regierung hat abermals betrogen», sagte Tsvangirai. «Wir glauben, die Bürger von Simbabwe müssen ihre Stimmen verteidigen und für ihr Recht auf freie und faire Wahlen kämpfen.»

Als erster Fall von Wahlfälschung wurde das Ergebnis aus Manyame südwestlich von Harare gewertet. Die Wahlkommission erklärte Mugabes Neffe Patrick Zhawao dort am Freitag zum Sieger. Noch am Donnerstagabend wurde gemeldet, in dem Wahlkreis hätten knapp 15.000 Menschen abgestimmt.

Am Freitag hieß es plötzlich, 24.000 Stimmen seien abgegeben worden, und Zhawao habe mehr als 15.000 davon bekommen.

«Ich war zunächst der Sieger, dann hörte ich von 24.000 Stimmen», klagte die zur Verliererin erklärte Hilda Mafudze. «Ich weiß nicht, wo die 10.000 Extrastimmen plötzlich herkamen.» Nach Darstellung der MDC und einiger unabhängiger Beobachter wurde die Abstimmung durch massive Einschüchterungen und gefälschte Wählerlisten manipuliert.

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