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20.09.2006 
Ansprachen vor der Uno-Vollversammlung

Aus New York nichts Neues

Die Präsidenten der USA und des Irans haben vor der Uno-Vollversammlung keine Anzeichen für eine Änderung in ihrem Konfliktkurs erkennen lassen. George W. Bush und Mahmud Ahmadinedschad zeigten sich am Dienstag in New York unversöhnlich und vermieden eine persönliche Begegnung.

US-Präsident George W. Bush vor der Uno. Quelle: ReutersLupe

US-Präsident George W. Bush vor der Uno. Quelle: Reuters

HB NEW YORK. Ahmadinedschad ging in seiner mit Spannung erwarteten Rede vor den Vereinten Nationen nur am Rande auf das umstrittene Atomprogramm seines Landes ein. Die nuklearen Aktivitäten des Irans seien „transparent, friedlich und unter den aufmerksamen Augen der Inspektoren der Internationalen Atomenergieorganisation“. Zu den Verhandlungen mit der EU äußerte er sich nicht. Stattdessen verurteilte Ahmadinedschad die USA und Großbritannien als Hegemonialmächte, die mit ihrer Rolle im Weltsicherheitsrat dessen Glaubwürdigkeit und Effizienz in Frage stellten. Sie würden den Sicherheitsrat als Instrument für Drohungen missbrauchen.

Um Ausgewogenheit in dem höchsten Uno-Gremium zu schaffen, sollte den Blockfreien Staaten, der Organisation der Islamischen Staaten und dem afrikanischen Kontinent umgehend je ein fester Sitz mit Vetorecht gegeben werden, forderte Ahmadinedschad. Langfristig sei die ernste und umfassende Reform des Sicherheitsrates unabdinglich, erklärte er.

Zuvor hatte vor den Delegierten aus 192 Staaten gefordert, die Regierung in Teheran müsse „ihr Streben nach Atomwaffen“ aufgeben. Auch wandte er sich direkt an das iranische Volk und forderte es auf, den Äußerungen ihrer Führer über Amerika keinen Glauben zu schenken.

Der Weltsicherheitsrat hatte dem Iran eine Frist bis zum 31. August zum Stopp der Urananreicherung gesetzt. Die Regierung ignorierte diese Aufforderung und sieht sich nun mit möglichen Sanktionen konfrontiert.

Ahmadinedschad blieb der Rede Bushs fern. Er nahm auch nicht an einem gemeinsamen Mittagessen führender Vertreter der Uno-Mitgliedsländer teil - nach iranischen Angaben, weil dort Alkohol serviert wurde.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bush und Ahmadinedschad gingen sich aus dem Weg.

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