Aus „Sicherheitsgründen“
Türkei schließt Grenze zu Syrien

Die Türkei reagiert auf die anhaltenden Kämpfe in Syrien und schließt seine Grenzübergänge zum Nachbarland. Zuvor kam es bei einigen Grenzposten und der naheliegenden Wirtschaftsmetropole Aleppo zu Gefechten.
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Beirut/AntakyaDie Türkei will nach eigenen Angaben ihre Grenze zu Syrien schließen. Die Grenzübergänge würden am Mittwoch aus „Sicherheitsgründen“ und zum Schutz der türkischen Bevölkerung bis auf Weiteres gesperrt, sagte ein türkischer Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Wiedereröffnung hänge von der weiteren Entwicklung ab, fügte er hinzu.

An den Grenzposten auf syrischer Seite hatte es in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe zwischen Rebellen und der syrischen Armee gegeben. Ähnlich angespannt war die Lage an mehreren Grenzübergängen zum Irak.

Russland hat die syrische Regierung unterdessen davor gewarnt, mit Chemiewaffen gegen die Rebellen vorzugehen. Das russische Außenministerium erklärte am Dienstag in Moskau, Syrien habe ein Konvention zum Verbot von Chemiewaffen unterzeichnet. Die russische Regierung erwarte, dass die Führung in Damaskus ihre internationalen Verpflichtungen einhalte. Ein enger Vertrauter von Präsident Baschar Assad und ranghoher Kommandeur bestätigte unterdessen seine Flucht aus Syrien.

Brigadegeneral Manaf Tlass, Sohn eines früheren Verteidigungsministers, sagte dem Fernsehsender Al Arabija, die Syrer müssten jetzt zusammenarbeiten, um ein neues, demokratisches Land aufzubauen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt, seit er sich Anfang Juli ins Ausland absetzte. Sein langes Schweigen hatte Spekulationen aufkommen lassen, ob er sich dem Aufstand anschließen oder nur dem Bürgerkrieg entkommen wollte.

Tlass ist der ranghöchste Deserteur des syrischen Regimes seit Beginn des Aufstands vor 17 Monaten. Er war Mitglied der Republikanischen Garde und ist der Sohn des ehemaligen Verteidigungsministers Mustafa Tlass. Zu seinem Aufenthaltsort äußerte er sich nicht.

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Damaskus wieder unter Kontrolle von Assad-Getreuen

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  • Erstaunlich, dass immer noch von einem Bürgerkrieg in Syrien die Rede ist: längst wird Krieg gegen Syrien auf syrischem Boden geführt.
    Muss wohl irgendetwas Asymmetrisches sein, mit dem man sich in Führungsetwagen all over the world Gedanken zu machen scheint...

  • Logisch: die Türkei wird nachgeradezu überschwemmt mit Flüchtlingen aus dem Kriegsgebiet Syrien.

  • Obama warnt Syrien vor Chemiewaffeneinsatz...

    Geschätzte Mengen der bisher eingesetzten Uranmunition durch die USA und ihre Verbündeten: Irak 1991: 320 t, Irak 2003: zwischen 21,8 t (Quelle: US-Armee) und 1000-2000 t (UNEP), Bosnien 1995 und Jugoslawien/Kosovo,1999 - etwa 12 t [3]. Weiters in Afghanistan seit 2001, wo Mengenangaben fehlen, aber in Urinproben der Bevölkerung teils hohe Uranbelastungen festgestellt wurden [4]. Auch nach Israels Angriff auf Libanon 2006 wurde in den Erdproben zweier Bombenkrater Uran festgestellt.[

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