Ausbildung irakischer Soldaten
Merkel zu stärkerem Engagement für Irak bereit

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich offen für Forderungen der USA nach einem stärkeren deutschen Engagement beim Wiederaufbau des Irak.

HB BELIN. Sie schließe nicht aus, dass Deutschland sich bei der Ausbildung irakischer Soldaten außerhalb des Landes in Zukunft mehr beteiligen könnte, sagte Merkel am Sonntag in Berlin. Dazu gebe es schon Kontakte zwischen den Verteidigungsministern in Berlin und Bagdad. Die Kanzlerin stellte sich damit gegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der eine stärkere deutsche Beteiligung zuvor strikt abgelehnt hatte.

Auch über den deutschen Kurs in den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei kam es zum Streit zwischen der Regierungschefin und ihrem Außenminister. Merkel sagte nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Kanzleramt, es müsse darüber nachgedacht werden, ob Deutschland sich bei der Ausbildung irakischer Soldaten außerhalb des kriegszerstörten Landes in Zukunft noch mehr engagieren könne. „Ganz konkrete Vorstellungen liegen da aber noch nicht vor“, sagte die Kanzlerin.

Deutschland wolle dazu beitragen, dass der Irak selbst für seine Sicherheit sorgen könne. „Wir haben ein Interesse daran, dass der Aufbau des Irak vorangeht, dass die Gewalt abnimmt“, betonte die CDU-Politikerin. „Das ist für die gesamte Region wichtig.“ Merkel kam damit Forderungen aus den USA und aus der Unions-Fraktion entgegen.

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