Ausblick negativ S&P droht Großbritannien mit Herabstufung

Großbritannien muss den Verlust der Bestnote fürchten. Nach Moody's und Fitch senkte auch S&P seinen Ausblick auf „negativ“. Grund dafür sind vor allem die schlechte Haushaltslage und die Sparpolitik des Landes.
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Experten befürchten, dass der Schuldenstand von Großbritannien weiter wachsen wird. Quelle: dpa

Experten befürchten, dass der Schuldenstand von Großbritannien weiter wachsen wird.

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Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Großbritannien den Verlust seiner Bestnote angedroht. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit des britischen Staates sei von „stabil" auf „negativ“ gesenkt worden, erklärte die Agentur am Donnerstag in London. Großbritannien drohe innerhalb der kommenden zwei Jahre der Verlust der Bestnote AAA, sollte sich die Lage mehr als bisher vorhergesehen verschlechtern, hieß es in der Erklärung.

Der negative Ausblick spiegele die Ansicht der Agentur wider, dass die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung der Bonität innerhalb der kommenden zwei Jahre bei zwei Drittel liege, sollte sich die Wirtschafts- und Haushaltslage über die derzeitige Erwartung hinaus verschlechtern, erklärte Standard & Poor's. Künftige Einbrüche bei Beschäftigung und Wachstum könnten den Haushalt weiter belasten.

Neben einer verzögerten und holprigen wirtschaftlichen Erholung stelle auch ein möglicherweise nachlassender politischer Ehrgeiz bei der Haushaltskonsolidierung eine Gefahr dar. S&P erwartet jetzt, dass der Schuldenstand des Landes im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) erst im Jahr 2015 seinen Höhepunkt erreichen wird. Bisher hatte man eine Stabilisierung im Jahre 2014 erwartet. Bis zum Jahr 2015 wird der Schuldenstand von jetzt 85 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 100 Prozent steigen, erwarten die Experten.

Das Wirtschaftswachstum werde weiter durch die Sparpolitik der britischen Regierung belastet. Eine ausbleibende wirtschaftliche Erholung könnte laut S&P zu steigender Arbeitslosigkeit und sinkenden Haushaltsausgaben führen. Die Regierung von Premierminister David Cameron versucht, mit einer Sparpolitik die hohen Haushaltsdefizite unter Kontrolle zu bringen.

Eine Sprecherin des Finanzministeriums in London betonte, die britische Wirtschaft sei auf dem „richtigen Weg" und es gebe Fortschritte beim Abbau des Defizits. Mitte Februar hatte bereits die Ratingagentur Moody's Großbritannien sowie Österreich und Frankreich vor dem Verlust der Spitzenbonität gewarnt. Die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten ihre Bestnote bereits zu Jahresbeginn mit einem negativen Ausblick versehen. S&P vergibt in der EU nur noch an sieben Länder die Bestnote „AAA“. Dazu zählt auch Deutschland.

 
  • afp
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6 Kommentare zu "Ausblick negativ: S&P droht Großbritannien mit Herabstufung"

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  • Wer sehen will, der sieht! Der amerikanische Flugzeugträger in der Nordsee funkt SOS.

  • Großbritannien wird sein Heil im EU-Austritt suchen. Und dann wird es spannend ob die den Turn-Around schaffen.

  • Die Insel ist Pleite - genau wie die USA, Japan, und die Euro-Zone, wen interessiert also das Gewäsch vom Rating....?

  • Das liegt bestimmt am EURO!
    Wenn die Engländer eine eigene Währung hätten könnten Sie diese abwerten um Wettbewerbsfähig zu werden. Da haben die wohl den gleichen Fehler gemacht wie Griechenland ;)

  • Who cares?

    Der Großteil der westl. Welt hat ohnehin Junk-Status.

  • Na wenigstens müssen wir UK als nicht-Euro-Mitglied keine Rettungsmilliarden hinterherwerfen. Schließlich waren es Thatcher, Major und Blair, die die Finanzindustrie immer mehr de-reguliert und uns die weltweite Bankenkrise erst eingebrockt haben.

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