Ausblick von „Stabil“ auf „Negativ“ gesenkt
Belgiens Bonität wird fragwürdiger

Derzeit ist Belgien bei den Ratingagenturen noch mit der zweitbesten Note bewertet. Doch nun hat Fitch auf Grund der politischen Querelen den Ausblick für Belgien von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt.
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Brüssel Nach Italien droht auch Belgien die Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Nur zwei Tage nachdem S&P den Ausblick für das südeuropäische Land senkte, nahm die Agentur Fitch am Montagabend ihren Ausblick für Belgien auf „negativ“ von „stabil“ zurück. Das Land werde wahrscheinlich die zweitbeste Fitch-Note „AA+“ verlieren, wenn es die gesetzten Defizitziele nicht erreiche, hieß es. Das politische Risiko sei in Belgien höher als in vergleichbaren Staaten der Euro-Zone. Das Land ist seit den Parlamentswahlen Mitte 2010 ohne Regierung.

Schon vor einem halben Jahr hatte S&P den Ausblick des hoch verschuldeten Landes auf „negativ“ zurückgenommen. S&P führt die Kreditwürdigkeit Belgiens derzeit aber ebenfalls noch mit der zweitbesten Note „AA+“, ebenso wie Moody's, bei denen die Einstufung dafür „Aa1“ lautet.

In Belgien hat König Albert II. bereits zahlreiche Vermittler vergeblich damit beauftragt, die festgefahrenen Gespräche über eine Regierungskoalition in Schwung zu bringen. Unter anderem sind Verhandlungen über umfassende Staatsreformen notwendig. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2010 waren die flämischen Separatisten stärkste Kraft geworden. Deren Forderung nach einer größeren Autonomie der Regionen lehnen die Parteien aus dem französischsprachigen Wallonien aber ab. Sie befürchten ein Auseinanderbrechen des Landes. Wichtigste Aufgabe einer neuen Regierung wird nach Einschätzung von Ökonomen der Schuldenabbau. Für 2011 wird mit einer Verschuldung von 98,1 Prozent der Wirtschaftsleistung gerechnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ausblick von „Stabil“ auf „Negativ“ gesenkt: Belgiens Bonität wird fragwürdiger"

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  • die USA finde ich nicht so interessant. Die drucken Geld, soviel sie brauchen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann haben sie ganz viele Schulden zusätzlich gemacht bei China und dafür Waffen gekauft. Somit sieht es doch nicht so aus, als wollte man diese Schulden zurückzahlen.

  • Ulkig, dass nur wenige Wochen vor dem Ende des Fed-Aufkaufprograms der US-Statsanleihen nun alle wieder auf den Euro einschlagen. Aus der Euro-Zone hört msn eigentlich nur alte Geschichten, die wenig spannend aufgewärmt werden.

    Interessanter fände ich es hingegen zu erfahren, ob man ab Juli den Markt wieder reale Zinswerte für US-Anleihen ermitteln lässt (inkl. Kapitalabfluß vom Aktien/Rohstoffmarkt in die Anleihen) oder stattdessen mit QE2 weitermacht. Und was wird eigentlich aus der Anhebung der Schuldengrenze und wie will man die weitere Verschuldung eindämmen. Immerhin machten die USA zuletzt mehr neue Schulden relativ zum BIP als Griechenland.

    Aber immer schön auf die Europäer einschlagen und sich an spanischen Kommunalwahlen ereifern..

  • FTD: "Unterdessen malen Wirtschaftsvertreter ein Schreckenszenario im Falle eines Ausfalls Griechenlands. Allianz-Chef Michael Diekmann sagte in einem Zeitungsinterview: "Europa muss schwächeren Ländern helfen. Die Folgen eines Staatsbankrotts von Griechenland wären unbeherrschbar. (...)" Wer auch nur einen Funken Verstand und ein Mindestmaß an Ehrlichkeit zulässt, muss konstatieren: DAS WAR ES MIT DEM EURO! Nur mal die weiteren Meldungen von heute: Der Ausblick auf Belgiens Kreditwürdigkeit sinkt auf negativ. Italiens Bonität wird in Frage gestellt,da das Land in Zeitlupe in die Rezession abrutscht. Die Jugend streikt, die Jugendarbeitslosigkeit übersteigt 30 Prozent. In Spanien springt die Jugendarbeitslosigkeit auf über 40 Prozent. Die Jugend protestiert. EZB wird zur Müllhalde für faule Kredite. Griechenland ohne zusätzliche Hilfen vor dem Kollaps. Polen lässt sich bei Euro-Beitritt Zeit. - Und morgen oder in wenigen Tagen kommen dann die nächsten Meldungen: Schlangen vor den Bankschaltern in Griechenland. Währungsbeschränkungen beim internationalen Zahlungsverkehr. Auch Irlands Bürger ziehen ihr Geld ab. Spanien am Abgrund! Zweiter Banken-Stresstest abgebrochen. Spaniens Sparkassen brauchen 100 Mrd. für die Deckung fauler Hypothekenkredite.

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