Ausbruch in Port-au-Prince
Cholera-Epidemie in Haiti ist außer Kontrolle

In Haiti breitet sich die rasend schnell aus und ist nun auch im Herzen der haitianischen Hauptstadt angekommen. Sie trifft die Armen in den Randgebieten. Aber auch in Obdachlosen-Camps vor dem zerstörten Präsidentenpalast geht nach Durchfall- Erkrankungen die Angst um.
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HB PORT-AU-PRINCE. Die seit über drei Wochen in Haiti wütende Cholera breitet sich aus. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Karibikstaates stieg die Zahl der Toten im ganzen Land auf über 650. Fast 10 000 Infizierte seien seit dem Ausbruch der Durchfall- Seuche am 19. Oktober registriert worden. In den Armensiedlungen der Hauptstadt Port-au-Prince wächst die Angst der Menschen, selbst zu erkranken. Hilfsorganisationen warnen vor weiter steigenden Opferzahlen.

Besonders besorgniserregend sei die Lage in Port-au-Prince, berichtete der Sender Radio Metropole am Donnerstag. Bereits am Dienstag, als der erste Cholera-Tote aus dem Slum Cité Soleil am Rande der Stadt registriert wurde, wurden auch zwei Einwohner eines Obdachlosen-Camps am Präsidentenpalast mit Cholera-Symptomen ins Krankenhaus gebracht. Verängstigt hätten Nachbarn nach medizinischer Behandlung verlangt, weil sie dasselbe Geschirr zum Essen benutzt hatten.

Die meisten Opfer in dem Inselstaat stammten aus dem Department Artibonite, wo die Krankheit vor gut drei Wochen ausgebrochen war, hieß es in dem Bericht des Gesundheitsministeriums weiter. Dort starben den Angaben zufolge 450 Menschen, mehr als 7300 sind erkrankt. Die übrigen Opfer verteilen sich auf den Rest des Landes.

Im Randgebiet der Hauptstadt Port-au-Prince mit ihren über drei Mio. Einwohnern wurde bisher ein Cholera-Toter registriert. Allerdings stand die letzte Bestätigung für den Cholera-Erreger nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen (MSF) noch aus. Gleichwohl gebe die Situation schon jetzt Anlass zu großer Sorge. In den Slums der Hauptstadt verfügen die Menschen weder über sauberes Wasser noch über Toiletten.

"Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahlen noch steigen", warnte Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland- Luxemburg. "Unsere Kollegen vor Ort berichten von stehendem Wasser in den Straßen und katastrophalen hygienischen Zuständen." Auch aus anderen Regionen wurden steigende Ansteckungsraten gemeldet. Die vergleichsweise niedrige Sterberate zeige allerdings auch, dass die Aufklärungskampagnen Wirkung zeigten, sagte Markmiller.

Port-au-Prince liegt seit einem schweren Erdbeben im Januar in Trümmern. Über eine Million Obdachlose leben in der Region nach wie vor in provisorischen Zeltlagern.

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  • http://www.gesundheitsamt.de/alle/gesetz/seuche/bsg/index.htm

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