Ausländer verlassen das Land
Schwere Unruhen erschüttern Osttimor

Bei den schwersten Unruhen in Osttimor seit der Unabhängigkeit 2002 sind laut Medienberichten unter Umständen bis zu 20 Menschen getötet worden. Aufgrund der jüngsten Eskalationen entsenden mehrere Staaten Soldaten in das Land.

HB DILI/SYDNEY. Allein Australien schickt 1.300 Mann, auch Malaysia, Neuseeland und die Exkolonialmacht Portugal sagten Truppen zu.

Sie reagierten damit auf eine Bitte des osttimorischen Außenministers José Ramos-Horta. Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und entlassenen Soldaten wurden in Osttimor seit Wochenbeginn mindestens fünf Menschen getötet und mehr als 20 verletzt.

Ramos-Horta sagte, die eigenen Sicherheitskräfte könnten die Situation nicht mehr kontrollieren. Auslöser der Unruhen war die Entlassung von 600 Soldaten, einem Drittel des gesamten Heeres. Sie waren aus Protest über Diskriminierung und schlechte Arbeitsbedingungen in einen Streik getreten.

Neue Gefechte kosteten am Donnerstag in Osttimor mindestens drei Menschen das Leben. In der Hauptstadt Dili wurde ein Hauptmann erschossen, wie ein Militärsprecher mitteilte. Außerdem wurden zwei entlassene Soldaten getötet, 14 weitere erlitten Verletzungen. Seit Wochenbeginn fielen damit mindestens fünf Menschen der Gewalt zum Opfer. Auch ein Südkoreaner wurde angeschossen, wie das Außenministerium in Seoul bestätigte. Ein Reporter berichtete, in mehreren Stadtteilen von Dili seien Schießereien ausgebrochen, Häuser und Geschäfte seien in Brand gesteckt worden. Dutzende Ausländer verließen das Land.

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