Ausländische Investoren fürchten einen neuen Yukos-Fall
Ökonomen drängen Kreml zu Reformen

Russlands Wirtschaft verliert trotz der hohen Öleinnahmen deutlich an Schwung. Russische und internationale Ökonomen drängen den Kreml deshalb zu durchgreifenden Reformen.

HB MOSKAU. Präsident Wladimir Putin hat daher bei seinen jüngsten Treffen mit amerikanischen und deutschen Unternehmern versprochen, das seit dem harten Vorgehen des Staates gegen den Ölkonzern Yukos ramponierte Investitionsklima wieder zu verbessern. Dazu gehörten klare Spielregeln für die Firmen und ein Ende des „Terrors der Steuerbehörden“.

Eine bessere wirtschaftliche Perspektive hat das Land angesichts von nur 65 Dollar ausländischer Direktinvestitionen (FDI) pro Kopf und Jahr (Ungarn: 220 Dollar) nach Ansicht westlicher Firmenchefs auch dringend nötig: „Wenn wir das russische Gerichtswesen und das Steuersystem besser verstehen würden, könnten wir die Investitionen in Russland deutlich steigern“, sagte der Chef der Citigroup, Sanford Weill. Er wies Putin damit auf die Sorgen ausländischer Firmen hin, die der Yukos-Fall ausgelöst hatte.

Mit insgesamt kumuliert neun Mrd. Dollar (7,2 Prozent aller ausländischen FDI) sind deutsche Unternehmen die größten Auslandsinvestoren zwischen Petersburg und Pazifik. Und viele prüfen weitere Engagements (siehe „Deutsche Investoren ...“). Auf der ersten Russland-Tagung des Handelsblatts, die am Mittwoch in Berlin beginnt, geben deshalb deutsche und russische Experten Starthilfen für das Russland-Geschäft.

Die Wachstumsperspektiven verdecken gelegentlich den Blick auf die Probleme. Dass nicht immer alles glatt läuft, macht die gescheiterte Übernahme des führenden russischen Turbinenbauers Silowyje Maschiny (SM/Power Machines) durch den Siemens-Konzern deutlich: Nachdem die russische Kartellbehörde Siemens eine Mehrheitsbeteiligung mit Hinweis auf das Rüstungsgeschäft von SM verwehrt hatte, stellte Putin noch am Sonntag den Bayern eine Minderheitsbeteiligung in Aussicht. Am Dienstag hingegen genehmigte das Kartellamt eine mögliche SM-Übernahme durch den kremlnahen russischen Aluminium-Oligarchen Oleg Deripaska.

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