Ausländische Sparguthaben
Island einigt sich mit Briten und Niederländern

Nach einem langwierigen Streit um die Rückzahlung ausländischer Sparguthaben hat sich Island mit den Niederlanden und Großbritannien auf eine Lösung verständigt. Doch in trockenen Tüchern ist sie noch nicht.
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HB AMSTERDAM.Der Inselstaat habe sich mit beiden Ländern vorläufig auf die Zinsen für die Schulden von rund 3,5 Milliarden Euro geeinigt, erklärte das niederländische Finanzministerium am Donnerstag. Die Raten liegen demnach unter dem Niveau eines früheren Rückzahlungsplans, den die Isländer bei einer Volksabstimmung im März abgelehnt hatten. Der neue Vorschlag braucht aber noch die Zustimmung des isländischen Parlaments und Präsidenten.

Im Zuge der Finanzkrise waren die drei führenden Banken Islands innerhalb von Tagen zusammengebrochen. Dazu zählte im Oktober 2008 auch die Mutter der Direktbank Icesave, bei der auch britische und niederländische Sparer ihr Geld angelegt hatten. Großbritannien und die Niederlande entschädigten ihre Bürger daraufhin und fordern seitdem eine Rückzahlung von Island.

Bis 2016 will Island dem neuen Plan zufolge den Niederlanden drei Prozent Zinsen zahlen und Großbritannien 3,3 Prozent. Danach sollen marktübliche Raten gelten. Mit der Rückzahlung der Gesamtsumme will der Inselstaat demnach im Juli 2016 beginnen.

Der im März durch das isländische Referendum gescheiterte Plan sah einen Zins von 5,5 Prozent vor. Der neue Entwurf könnte sich positiv auf die EU-Beitrittsverhandlungen Islands auswirken, die im Juli begonnen haben und die wirtschaftliche Genesung des Inselstaates beschleunigen.

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