„Ausländischer Feind“
Irak schwört Stämme gegen IS ein

Der Kampf gegen IS im Irak steht und fällt mit der Beteiligung der einflussreichen Stämme. Deshalb ruft der irakische Regierungschef zur „Stammesrevolution“ auf. Derweil kommt aus Syrien eine Erfolgsmeldung.
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Bagdad/BeirutDer irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat die irakischen Stämme aufgerufen, sich gegen die Dschihadisten-Organisation Islamischer Staat (IS) zu erheben.

Bei einem Treffen mit dem neu gewählten Gouverneur der umkämpften westirakischen Provinz Anbar, Suhaib al-Rawi, habe Abadi "die Notwendigkeit einer Stammesrevolution betont, um die irakische Gesellschaft von diesem ausländischen Feind zu befreien", teilte Abadis Büro am Montag mit. Der Regierungschef habe die Bedeutung der Stämme und der Provinzen bei der Bekämpfung der Dschihadisten hervorgehoben.

IS hatte vergangenes Jahr in einer Offensive weite Teile des Irak eingenommen, darunter bedeutende Gebiete in der Provinz Anbar, die sich von den Grenzen zu Syrien, Jordanien und Saudi-Arabien bis zu der westlichen Umgebung der irakischen Hauptstadt Bagdad erstreckt. Mit Unterstützung von US-geführten Luftangriffen, internationalen Beratern, schiitischen Milizen und sunnitischen Stammeskämpfern ist es den irakischen Sicherheitskräften jedoch gelungen, die IS-Kämpfer zurückzudrängen. Die Beteiligung der einflussreichen sunnitischen Stämme gilt dabei als entscheidend.

Unterdessen stößt IS auch in Syrien verstärkt auf Widerstand: Die kurdischen Milizen melden im Kampf gegen die Terrormiliz in der nordsyrischen Stadt Kobane weitere Erfolge. Die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG hätten das sogenannte Sicherheitsviertel von Kobane, in dem das Hauptquartier der Polizei und mehrere Verwaltungsgebäude stehen, völlig unter ihre Kontrolle gebracht, sagte der Kurdensprecher Idriss Nassan am Montag. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte seine Angaben.

Der IS hatte das Sicherheitsviertel am 10. Oktober erstürmt, aber Teile davon bereits in einer früheren Gegenoffensive der Kurden verloren. Mit Unterstützung der irakisch-kurdischen Peschmerga-Kämpfer haben die YPG-Milizen zuletzt in Kobane immer mehr an Boden gewonnen. Auch das internationale Militärbündnis unter Führung der USA unterstützt die Kurden mit Luftangriffen.

Nach Angaben Nassans und der Beobachtungsstelle kontrollieren Kurden-Kämpfer mittlerweile 80 Prozent der Stadt an der Grenze zur Türkei. Der IS habe nur noch die Viertel Maktala und Kani Kordan im Osten der Stadt in seiner Hand, sagte Hassan. „Hoffentlich werden die Einheiten binnen weniger Tage die ganze Stadt kontrollieren. Der Vormarsch ist schneller geworden und die Luftangriffe wurden intensiver.“

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Der IS ist auf der Flucht
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    Sowohl im Irak als auch in Syrien ergreifen die Terroristen des IS das Hasenpanier. Im Irak werden sie von den Peschmerga-Kämpfern in die Flucht geschlagen und sie fliehen Hals über Kopf über die Grenze nach Syrien.
    Aber auch in Syrien sind sie nicht sicher. Dort werden sie von den Regierungstruppen und den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG bekämpft. Sie fliehen in ihre Hochburg Rakka.

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