Auslandsgebühren
EU-Kommission will billigere SMS

Die EU will eine kräftige Preissenkung für Textnachrichten mit dem Mobiltelefon im Ausland durchsetzen. EU-Telekomkommissarin Viviane Reding kündigte einen entsprechenden Gesetzesvorschlag für Oktober an.

HB BRÜSSEL. Die EU-Bürger müssten die Kurznachrichten ins Ausland schicken können, ohne über den Tisch gezogen zu werden, erklärte Reding am Dienstag in Brüssel. Das Senden einer SMS über die Grenzen hinweg koste mit 29 Cent im Schnitt mehr als zehn Mal so viel wie im Inland. Reding sagte, sie werde als Obergrenze wahrscheinlich elf Cent vorschlagen. Noch vor dem Sommerurlaub 2009 müssten die Kunden damit 70 Prozent weniger bezahlen, versprach die Kommissarin.

Die EU-Kommission setzt angesichts massiver Beschwerden von Verbrauchern die Mobilfunkfirmen seit Monaten unter Druck, ihre Preise freiwillig zu senken. Eine Frist dafür lief am 1. Juli ab. Die Marktführer in Deutschland und Europa, T-Mobile und Vodafone, reduzierten die Tarife - aber bei weitem nicht so stark, wie die Kommission das will. Die Firmen gingen auf Tauchstation, warf Reding der Branche vor. "Sie haben immer versprochen, die Sache selbst zu regeln - sie haben versagt." Der Durchschnittspreis von 29 Cent sei seit Jahresbeginn unverändert, in der Spitze würden in Belgien zum Beispiel 80 Cent verlangt. Das sei "eine traurige Geschichte".

Die Telekomfirmen kritisieren, dass die Preisvorschriften den Verbrauchern wenig nützten und nur das Wachstum des Marktes behinderten. Der Anbieter E-Plus erklärte, in Deutschland koste eine SMS im Inland durchschnittlich 19 Cent. "Einen Auslandspreis unterhalb dieses Niveaus EU-weit festzulegen, wäre ein schwer zu vermittelnder Schritt." Auch ein Sprecher der Telekom sagte, eine Regulierung sei nicht notwendig. Der Konzern senkte kürzlich den Preis auf 39 Cent und liegt damit noch zehn Cent über dem EU-Schnitt. Ein Kunde gebe im Jahr aber nur zwei Euro für SMS aus.

Reding warf den Firmen vor, bei jeder SMS einen Profit von 97 Prozent einzustreichen. Vor allem Jugendliche, die beim Reisen oft SMS nutzten, hätten darunter zu leiden. "Wir bestrafen unsere Jugendlichen, das ist unfair."

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