Auslandsinvestoren wenden sich Brasilien und Chile zu
Investoren achten auf politische Stabilität

Investoren betrachten Lateinamerika immer weniger als einheitlichen Wirtschaftsraum. Sie differenzieren genau zwischen Regierungen, die der Wirtschaft wohlwollend gegenüberstehen, und jenen, die auf Konfrontationskurs gehen.

SÃO PAULO/BUENOS AIRES. So flossen im vergangenen Jahr drei Viertel aller ausländischen Direktinvestitionen in Südamerika allein nach Brasilien und Chile.

Entscheidend für das Investitionsklima ist die Wirtschaftspolitik: So wenden sich Auslandsinvestoren wieder Brasilien, Chile und Mexiko zu, weil deren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, Ricardo Lagos und Vicente Fox von Anfang an unternehmerfreundlich agiert haben. Selbst in Kolumbien, wo bis vor kurzem bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten, hat der besonnene Regierungsstil des konservativen Präsidenten Alvaro Uribe die Stimmung nachhaltig verbessert. Dagegen stehen Argentinien, Venezuela und Bolivien in der Gunst der Investoren ganz hinten.

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel in Brasilien: Im Wahlkampf 2002 stoppten ausländische Konzerne neue Projekte, weil sie eine Linksregierung unter Lula befürchteten. Als der Arbeiterführer jedoch den konservativen Kurs seines Vorgängers in der Wirtschafts-, Haushalts- und Geldpolitik sogar noch verschärfte, belebten sich die Investitionen wieder nachhaltig.

Chiles Regierung fährt schon seit vielen Jahren einen strikten Kurs der wirtschaftlichen Öffnung, übt sich in haushaltspolitischer Disziplin und verbessert die rechtlichen Rahmenbedingungen. Vor allem angesichts der hohen Rohstoffpreise wurde das Land, das über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt verfügt, zu einem äußerst attraktiven Standort für Investoren.

Ganz anders sieht es in Argentinien aus: Der Regierung nahe stehende militante Arbeitslosenorganisationen drohen, mit Blockaden gegen die ausländisch kontrollierten Versorgungskonzerne vorzugehen. Nachdem Shell die Benzinpreise erhöht hatte, rief Präsident Nestor Kirchner höchstpersönlich zum Boykott des Mineralölkonzerns auf, woraufhin so genannte Piqueteros zahlreiche Tankstellen besetzten.

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