Auslandsschulden
Deutschland steht bei Russen in der Kreide

Nach Schätzungen westlicher Fachleute hat Deutschland mittlerweile mehr Schulden bei Russland als umgekehrt. Rund 30 Prozent der Devisenreserven Moskaus fließen in den Euro-Raum, von denen wiederum ein Drittel in deutsche Staatspapiere investiert wird.

HB DÜSSELDORF. Zum Jahresende 2005 wies die russische Zentralbank Währungsreserven von 182,2 Milliarden US-Dollar aus, darunter 137 Milliarden an Devisenbeständen, die nach Einschätzung der Experten in erstklassigen Staatsanleihen angelegt sind, berichtet „die Zeit“. Die Notenbank in Moskau hält zwar die Zusammensetzung ihrer Bestände geheim – zudem ändert sie ihr Portfolio immer wieder durch kurzfristige Investitionsentscheidungen. Kenner des Kapitalmarkts gehen aber davon aus, dass mindestens 30 bis 35 Prozent der russischen Devisenreserven im Euro-Raum angelegt sind.

Von denen entfallen wiederum mindestens ein Drittel auf deutsche Staatspapiere. Dazu kommen noch die im Ausland angelegten Mittel aus dem Stabilisierungsfonds Moskaus, der aus staatlichen Erdöl- und Erdgasgewinnen gespeist wird. Insgesamt halten die Russen damit deutsche Staatsanleihen im Wert von mindestens 14 Milliarden Euro. Die russischen Staatsschulden bei den Deutschen betragen dagegen nur zwölf Milliarden Euro.

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