Auslieferung nach Panama
Noriega wechselt erneut das Gefängnis

Der ehemalige panamaische Militärmachthaber Manuel Noriega hat bereits 20 Jahre Gefängnis in den USA hinter sich, seit 2010 sitzt er in Frankreich. Nun soll er in sein Heimatland Panama ausgeliefert werden.
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ParisDer ehemalige panamaische Militärmachthaber Manuel Noriega soll nach Angaben seines Anwalts von Frankreich an Panama ausgeliefert werden. Premierminister Francois Fillon habe der Auslieferung bereits am 6. Juli zugestimmt, teilte Yves Leberquier am Dienstag mit. Noriega sei vergangene Woche darüber informiert worden.

In seiner Heimat muss der Ex-General mit 20 Jahren Gefängnis rechnen. Er war im Sommer vergangenen Jahres in Frankreich wegen Geldwäsche zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Noriega wurde wenige Wochen nach einer US-Intervention in Panama im Januar 1990 verhaftet und saß in den USA zwei Jahrzehnte im Gefängnis. Ende April 2010 lieferte Washington ihn an Frankreich aus.

Wann Noriega nach Panama überstellt wird, war zunächst nicht bekannt. Das dortige Außenministerium erklärte, es sei bislang nicht über die Entscheidung aus Paris informiert worden.

Der Ex-General gehörte 1968 zu den putschenden Offizieren in Panama, die Präsident Arnulfo Arias stürzten. Er wurde Geheimdienstchef und später Chef der Streitkräfte. Gleichzeitig stand er auf der Gehaltsliste der US-Geheimdienste, denen er unter anderem Informationen aus Kuba und Nicaragua lieferte. Geschäfte mit der kolumbianischen Drogenmafia sollen Noriega rund 4,6 Milliarden Dollar eingebracht haben.

Ende der 80er Jahren formierte sich in Panama Protest gegen Noriega, und auch die USA ließen ihn fallen. Am 20. Dezember 1989 ordnete der damalige US-Präsident George Bush die Invasion in Panama an. Noriega flüchtete am 24. Dezember in die Botschaft des Vatikans, stellte sich jedoch am 3. Januar 1990 den amerikanischen Truppen.

In seiner Heimat wurde er wegen Mordes und Korruption zu insgesamt 60 Jahren Haft verurteilt.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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