Ausnahmezustand
Shoppen gegen die Raketen

Sirenengeheul und Raketeneinschläge gehören in Sderot zum Alltag. Seit 2001 beschießen Palästinenser die israelische Stadt an der Grenze zum Gasastreifen. Um deren Bürger zu unterstützen, kaufen immer mehr Israelis in Sderot ein – unter Lebensgefahr kämpfen sie gegen den ökonomischen Niedergang der Stadt. Der Alltag in einer Terrorhochburg.

SDEROT. Avraham ist heute aus Jerusalem gekommen, um in Sderot einzukaufen. Gidi nahm eine Anreise von anderthalb Stunden auf sich, um im Supermarkt von Sderot zu shoppen. Rifka war sogar zwei Stunden unterwegs.

Dabei ist Sderot – zu Deutsch „Boulevard“ –, die südisraelische Stadt im Westteil der Wüste Negev, alles andere als ein Shoppingparadies. Denn Sderot liegt an der Grenze zum Gazastreifen. Seit sieben Jahren greifen Palästinenser die ärmliche Stadt von Gaza aus mit sogenannten Kassam-Raketen an.

Einkaufen ist in Sderot lebensgefährlich.

Dennoch kommen Israelis wie Avraham, Rifka oder Gidi nun nach Sderot. Gegen die Raketen können sie zwar nichts unternehmen. Doch sie wollen der bedrängten Bevölkerung zumindest ökonomisch und moralisch beistehen, indem sie ihre Wochenendeinkäufe statt im boomenden Zentrum Israels hier tätigen.

Sderot ist in einem permanenten Belagerungszustand. Unter der Woche wirkt der 20 000-Einwohner-Ort wie eine Geisterstadt. Die Bürger leben in ständiger Angst, von einem Geschoss getroffen zu werden.

Seit 2001 gingen in Sderot und Umgebung mehr als 8 700 Raketen und Mörsergranaten nieder. Besonders gefürchtet sind die handgefertigten Kassam-Raketen der islamistischen Hamas. Sie verdanken ihren Namen Izz ad-Din al Qassam (1882 bis 1935); Den Scheich verehren viele Palästinenser als einen der ersten Freiheitskämpfer – er wehrte sich bereits gegen die einstigen Kolonialherren aus Frankreich und Großbritannien.

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