Ausschaltung der Hisbollah-Spitze gescheitert
Dem ganzen Libanon droht der Krieg

Obwohl von allen Seiten die Rufe nach einen Waffenstillstand immer lauter werden, denken die Kriegsgegner in Nahen Osten nicht an einen Frieden. Israel droht nun sogar den Einsatz seiner Bodentruppen gegen die Hisbollah-Milizen auf das gesamte Gebiet des Libanons auszuweiten. In Beirut geht die Angst unter der Bevölkerung um.

HB BEIRUT/TEL AVIV/NEW YORK. Der Versuch, mit massivem Bombardement die Führungsspitze der radikalislamischen Organisation in Beirut auszuschalten, schlug am Donnerstag fehl. Bei Vorstößen kleinerer israelischer Verbände in das nördliche Nachbarland kam es erneut zu schweren Kämpfen. UN-Generalsekretär Kofi Annan drängte auf einen von Israel und den USA abgelehnten Waffenstillstand. Zur Absicherung der Massenevakuierung von US-Staatsbürgern gingen in Beirut erstmals seit 20 Jahren wieder amerikanische Marineinfanteristen an Land.

Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez sagte, sein Land habe nicht die Absicht, den Libanon wieder zu besetzen. Israel werde aber nicht zögern, bei seinen Einsätzen zu zeigen, dass es jeden Ort erreichen könne. Die Regierung sei fest entschlossen, „diesen Kampf entscheidend zu gewinnen“.

UN-Generalsekretär Annan forderte vor dem Weltsicherheitsrat die „sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten“. Es müsse ein weiterer Verlust von Menschenleben vermieden werden. Helfer müssten endlich Zugang zu den Menschen in Not bekommen. Die USA und Israel lehnten einen Waffenstillstand erneut ab. Israels UN-Botschafter Dan Gillerman sagte: „Wir werden genau das fortsetzen, was wir momentan tun.“

Annans Rede war der Auftakt einer Reihe hochrangiger Gespräche über die Entwicklung in Nahost. Dazu wurden auch US-Außenministerin Condoleezza Rice und der EU-Außenpolitiker Javier Solana in New York erwartet. Solana hatte im Laufe des Tages in Kairo Gespräche geführt. Rice will nach Angaben des US-Außenministeriums erst in der kommenden Woche in den Nahen Osten reisen. Der französische Außenminister Phillippe Douste-Blazy wollte dagegen noch am Donnerstagabend zu einer Vermittlungsreise in den Nahen Osten aufbrechen. Papst Benedikt XVI. rief zu einem sofortigen Waffenstillstand in Nahost auf.

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