Ausschreitungen
Gewalt bei neuen Protesten in Ägypten

Das Ziel ist noch immer das gleiche: Dass Präsident Mursi die Notstandsmaßnahmen beendet und abtritt. Zehntausende gingen dafür auf die Straße, bei Zusammenstößen gab es einen Toten und viele Verletzte.
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KairoBei neuen Protesten von zehntausenden Ägyptern gegen die islamistische Regierung von Präsident Mohammed Mursi ist es am Freitagabend erneut zu blutigen Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten gekommen. Mindestens ein Mensch wurde getötet, weitere 30 wurden verletzt.

Demonstranten forderten unter anderem den Rücktritt Mursis, einen Sturz seines Regimes sowie ein Ende des ausgerufenen 30-tägigen Notstandes am Suez-Kanal. Die Wut von Demonstranten richtete sich auch gegen die islamistische Muslimbruderschaft, aus der Mursi stammt. Oppositionsführer hatten die Menschen aufgerufen, bei ihren Protesten friedlich zu bleiben.

Am Abend kam es zu Krawallen, in deren Verlauf mindestens ein Mensch ums Leben kam. Die Zahl der Verletzten wurde am Abend mit mindestens 30 angegeben. Die Nachrichtensender Al-Dschasira und Al-Arabija berichteten von Auseinandersetzungen am Präsidentenpalast in Kairo.

Der Amtsitz von Mohammed Mursi sei mit Brandsätzen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden, hieß es. Im Garten des Palastes habe es kurzzeitig ein kleines Feuer gegeben. Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Hunderte Demonstranten vor.

Die Demonstranten warfen die Tränengaskanister über die Mauer zurück in Mursis Garten. Al-Arabija berichtete zudem von Zusammenstößen von Aktivisten und der Polizei vor der britischen Botschaft in der Nähe des Tahrir-Platzes im Zentrum der Stadt.

In Kairo gab es zuvor Protestmärsche in der ganzen Stadt, die zum zentralen Tahrir-Platz oder zum Präsidentenpalast führten. Großdemonstrationen wurden trotz stürmischen Wetters auch in den Städten Alexandria, Port Said und der Industriestadt Mahalla al-Kubra veranstaltet.

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Rufe nach Regierungswechsel im ganzen Land

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  • Die Möglichkeit, dass es auch in Ägypten zu einem Bürgerkrieg wie in Syrien kommt ist nicht auszuschließen. In den westlichen Hauptstädten kann man die Entwicklung ganz offenbar nicht richtig einschätzen.

    In Libyen hat London und Paris Islamisten an die Macht geboomt die dann weiter bis nach Mali gezogen sind und das mit den Waffen welche die aus Libyen haben. Nun nun haben die Franzosen und die Malier ein Problem welches nicht zu sein bräuchte.

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