Ausschreitungen im Sudan
Bundesrepublik zieht Diplomaten aus Sudan ab

Als Reaktion auf die gewaltsamen Ausschreitungen gegen die deutsche Botschaft im Sudan reduziert das Auswärtige Amt sein Personal vor Ort. Auch d ie US-Regierung zieht Konsequenzen aus den Angriffen auf ihre Botschaften.

Berlin, WashingtonNach dem Angriff radikaler Muslime auf die deutsche Botschaft im Sudan zieht die Bundesregierung einen Teil der Mitarbeiter ab. Das Personal in der Hauptstadt Khartum werde ausgedünnt, teilte das Auswärtige Amt am Sonntag in Berlin mit. Zudem würden zusätzliche Sicherheitskräfte entsandt. Derzeit sei die Lage zwar gespannt, aber ruhig, erklärte eine Sprecherin. Die Reisehinweise für das Land wurden verschärft. Es werde zu besonderer Vorsicht geraten und empfohlen, den Bereich um die deutsche Botschaft zu meiden, sagt die Sprecherin.

Am Freitag hatten aufgebrachte Demonstranten die Botschaft gestürmt und in Brand gesetzt. Sie ist derzeit geschlossen. Für Sonntag waren in Khartum weiteren Demonstrationen gegen einen Mohammed-Schmähfilm angekündigt worden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte die sudanesische Regierung auf, den Schutz diplomatischer Einrichtungen zu gewährleisten.

Die Veröffentlichung eines aus den USA stammenden Videos, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, hatte in den vergangenen Tagen zu gewaltsamen Protesten in vielen muslimischen Ländern geführt.

Auch die USA haben als Reaktion auf die Proteste einen Teil ihrer Botschaftsmitarbeiter im Sudan und in Tunesien aufgefordert, die Länder zu verlassen. An alle anderen US-Bürger erging eine Reisewarnung für die Region.

Bei Übergriffen auf die US-Botschaft in Tunesien wurden am Samstag vier Menschen getötet. Die Polizei war gegen Hunderte von Demonstranten vorgegangen, die Fenster des Gebäude einschlugen und die Sicherheitskräfte mit Steinen und Brandsätzen bewarf. Ein Reuters-Reporter wurde Zeuge, wie die Polizei das Feuer auf Kundgebungsteilnehmer eröffnete.

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum hatte ein aufgebrachter Mob die deutsche Botschaft gestürmt. Danach richtete sich die Wut der Randalierer gegen die Vertretungen der USA und Großbritanniens. Die Pläne der USA, zur Sicherung ihrer Botschaft zusätzliche Marineinfanteristen einzufliegen, wurde vom Sudan abgelehnt.

Auslöser der Proteste und Übergriffe war ein im Internet veröffentlichter Film, in dem der Religionsbegründer Mohammed als blutrünstiger Kinderschänder und Homosexueller dargestellt wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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