Ausschreitungen
Währungskrise im Iran eskaliert

Die iranische Währung hat massiv an Wert verloren. Die Bevölkerung reagiert ungehalten. Eine Razzia der Polizei gegen Geldhändler und Demonstranten führt zu schweren Ausschreitungen in Teheran.
  • 18

TeheranIm Iran ist es am Mittwoch aus Wut über die Wirtschaftspolitik und den Sturzflug der Landeswährung zu Protesten gekommen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, unter denen auch Devisenhändler waren. Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe mit seiner Politik die Wirtschaft in eine Krise gestürzt, skandierten sie. Die iranische Währung Rial ist wegen der internationalen Sanktionen im Atomstreit in den vergangenen Tagen immer weiter eingebrochen. Viele Iraner tauschten ihre Rial-Bestände in harte Währungen. Dem freien Handel mit dem Rial will der Iran nun einen Riegel vorschieben.

Der Verfall der Landeswährung führt schon jetzt zu einem sinkenden Lebensstandard im Iran. Die offiziell ermittelte Teuerungsrate beträgt bereits 25 Prozent. Die Tendenz geht weiter nach oben. Der große Basar im Zentrum der Stadt blieb am Mittwoch geschlossen. Der Betreiber eines Haushaltswarengeschäftes sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass wegen der Unbeständigkeit des Rial kaum noch akkurate Preise festgelegt werden könnten. Von offizieller Seite hieß es, dass der Basar aus Sicherheitsgründen am Mittwoch zu bleibe, aber am Donnerstag wieder geöffnet werden solle.

Auch im Parlament musste sich Ahmadinedschad Unfähigkeit in Bezug auf die Wirtschaft vorwerfen lassen. Die Sanktionen gegen den Iran haben die Banken des Landes vom internationalen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten und behindern auch die Öl-Exporte, die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Nach Schätzungen Israels sind dem Iran durch das Embargo zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar an Öleinnahmen entgangen.

Seite 1:

Währungskrise im Iran eskaliert

Seite 2:

Kommentare zu " Ausschreitungen: Währungskrise im Iran eskaliert"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Von wegen Geld ist alles was sie einem nicht wegnehemn können. Die GIs habe zuerst den GELD-Mund von Herrn Hussein geplündert.

    http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/01438/saddamHussein_1438080c.jpg

  • Der Millionen-Hut ...

    ... lustige Wortspiele zu "reich geheiratet" ...

    http://ecx.images-amazon.com/images/I/51rS65ZKiML._SL500_AA300_.jpg

  • Der Iran ist leider das nächste Oper der USA-Finanzpolitik nach Syrien und Lybien! So wird der Dollar weltweit mit militärischer Macht durchgesetzt! Der Atomstreit ist nur Mittel zum Zweck!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%