Außenminister Fischer reist in die US-Hauptstadt
Washington wirbt um deutschen Einsatz im Irak

Trotz der ablehnenden Haltung der Bundesregierung, deutsche Soldaten in den Irak zu schicken, wirbt die US-Administration um eine breite militärische Beteiligung am Golf. „Wir haben ein großes Interesse daran, auch Bundeswehrkräfte als Peacekeeper im Irak zu sehen“, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter im amerikanischen Außenministerium dem Handelsblatt.

bac WASHINGTON. Das Thema solle beim bevorstehenden Besuch von Außenminister Joschka Fischer in Washington zur Sprache kommen. Fischer wird am Mittwoch mit seinem US-Amtskollegen Colin Powell sowie mit Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zusammentreffen. Am Donnerstag stehen Gespräche mit Vizepräsident Dick Cheney und Kongressabgeordneten auf dem Programm.

„Wir wollen mit Fischer über ein größeres Engagement der Bundesregierung im Irak reden“, betonte der Mitarbeiter im US-Außenministerium. Das schließe finanzielle Hilfen für den Wiederaufbau des Landes mit ein. Erste „theoretische Unterredungen“ hätten bereits zwischen der US-Botschaft in Berlin und der Bundesregierung stattgefunden, hieß es in Washington.

Bereits am Donnerstag hatte der US-Senat Präsident George W. Bush gebeten, sich um Nato-Truppen für den Irak zu bemühen. Bundeskanzler Gerhard Schröder gab sich zurückhaltend und knüpfte eine mögliche Prüfung der US-Wünsche an konkrete Bedingungen: „Wir könnten so etwas überhaupt nur diskutieren, wenn es Anforderungen der Vereinten Nationen gäbe“, erklärte Schröder in der ARD. Nötig seien ein klares Uno-Mandat sowie die Bitte der Uno oder einer irakischen Regierung um deutsche Unterstützung. Ähnlich äußerte sich der französische Außenminister Dominique de Villepin, der eine Nato-Entsendung von einer führenden Rolle der Uno abhängig machte.

Die US-Regierung scheint gegenüber derlei Vorstößen nicht gänzlich abgeneigt zu sein. „Je mehr die Sicherheit im Irak gewährleistet ist, desto mehr Kompetenzen können von der US-geführten Übergangsverwaltung an die Uno abgegeben werden“, unterstrich der Beamte im Außenministerium.

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