Außenminister Griechenlands
Schäuble soll 2011 schon von „Grexit“ gesprochen haben

Griechenlands Außenminister Venizelos sagt, er habe mit Schäuble schon 2011 über einen „freundschaftlichen Grexit“ gesprochen. Dabei sollte die Rückkehr der Drachme weich gestaltet werden. Die Idee wurde aber verworfen.
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AthenBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble soll mit seinem früheren griechischen Kollegen Evangelos Venizelos schon im September 2011 über einen Austritt des Landes aus dem Euro diskutiert haben. Ein solches Szenario für einen „freundschaftlichen Ausstieg“ des Euro-Krisenlandes aus der Gemeinschaftswährung sei damals am Rande eines informellen Euro-Finanzministertreffens unter polnischer EU-Ratspräsidentschaft erörtert worden, sagte Venizelos der griechischen Sonntagszeitung „Kathimerini“. Diskutiert worden sei über ein Szenario, bei dem Griechenlands Euro-Partner die Rückkehr zur nationalen Währung in dem Land mit finanziellen Hilfen abpolstern sollten. Finanzmaßnahmen wie Kapitalverkehrsbeschränkungen sollten das flankieren.

Das deutsche Finanzministerium lehnte es ab, zu den Darstellungen von Venizelos Stellung zu nehmen. „Wir kommentieren das nicht“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Venizelos hat den damaligen Vorstoß für einen Euro-Austritt nach eigenen Worten abgelehnt. „Meine Antwort war, dass das für uns unvorstellbar und gefährlich wäre“, sagte er. Warum hätte sich sein Land nach all den internen Anpassungen auch noch eine Abwertung seiner Währung, die bei der Rückkehr zur Drachme gedroht hätte, mit all ihren Folgen für das Land und die Euro- Zone zumuten sollen, argumentierte der sozialistische Politiker. „Die Diskussion war lang und hart, aber am Ende hat Schäuble die griechischen Argumente verstanden und danach ganz erheblich zum Zustandekommen des zweiten Rettungspakets und zur Umschuldung beigetragen“, sagte der heutige griechische Außenminister.

Nach einem unbestätigten Magazinbericht betrachten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schäuble inzwischen die Möglichkeit eines griechischen Euro-Austritts relativ gelassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • GREXIT: Gehen Merkel und Schäuble mit der Eurozone unter?
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    Abgesehen vom enormen Verlust der Griechenkredite (ca. 300 Milliarden Euro, wovon mindestens 27% den deutschen Steuerzahler betreffen würden/werden) existiert überhaupt kein geordnetes Euro-Ausstiegsszenario für die Griechen.

    Werden diese durch interne oder externe Aktionen aus der Eurozone herausgebrochen, sorgt das europäische Zentralbankensystem Target-2 (www.target-2.de) gewissermaßen automatisch für den Zusammenbruch des Eurosystems.

    Das dämmert Schäuble, Merkel & Co bruchstückhaft erst seit 2012, während das griechische Schreckgespenst Alexis Tsipras diese Mechanik von Anfang an sofort verstanden hat. Kein Wunder, dass er diese Karte nun gnadenlos ausspielt.

    Die von Anfang an sinnlosen Rettungsaktionen für Griechenland gehen voll auf das Konto von Finanzminister Schäuble und die Deutschen werden diese gewaltige Rechnung überwiegend oder ganz bezahlen müssen.

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