Außenminister: "Streben keine Atomwaffen an": Iran will verhandeln

Außenminister: "Streben keine Atomwaffen an"
Iran will verhandeln

Der Iran hat erneut versichert, keine Atomwaffen herstellen zu wollen. Das Land fühle sich dem Atomwaffensperrvertrag verpflichtet, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Gholamali Khoshroo am Samstag bei der 41. Münchner Sicherheitskonferenz.

HB MÜNCHEN. „Die Regierung nimmt die internationalen Bedenken über unser Atomprogramm sehr ernst und fühlt sich einer vollen Transparenz und Kooperation mit der internationalen Atomenergiebehörde verpflichtet“, sagte Khoshroo. Den Kontrolleuren werde weiter „unbegrenzten und schnellen Zugang“ zu allen Atomanlagen gewährt, die sie kontrollieren wollten. „Iran will den Sorgen der Welt begegnen“, sagte der stellvertretende Minister.

Khoshroo warf den USA vor, seit den Anschlägen vom 11. September 2001 mit Gewalt aggressiv gegen den Islam vorzugehen und so zu einer Entfremdung zwischen dem Westen und dem Islam beizutragen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte zuvor die USA aufgefordert, sich voll hinter die europäischen Bemühungen zu stellen, Iran auf diplomatischen Wege von seinem Atomprogramm abzubringen. Europa sei fest entschlossen, durch Verhandlungen das gemeinsame Ziel zu erreichen, einen nuklearen Rüstungswettlauf im Mittleren Osten zu verhindern, sagte Schröder in der auf der Konferenz verlesenen Rede. Es gelte, die massive Isolierung Irans zu überwinden. Das Land werde nur auf die Atom-Option verzichten, wenn neben wirtschaftlichen Interessen auch seine Sicherheitsinteressen gewahrt seien. „Dazu wird es nötig sein, gemeinsam mit unserem amerikanischen Partner und im Dialog mit der Region langfristig tragfähige Sicherheitsstrukturen für die Golf-Region zu entwickeln.“

Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen, das islamische Land in Gesprächen zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice die Europäer aufgerufen, sich der härteren US-Haltung gegen Iran anzuschließen. Die EU-Iran-Gespräche wurden nach Angaben aus diplomatischen Kreisen am Freitag auf Mitte März vertagt. Auch die USA haben wiederholt erklärt, der Diplomatie Vorrang einräumen zu wollen, ein militärisches Vorgehen aber nicht ausgeschlossen.

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