Außenminister wirbt für belgischen Regierungschef
Verhofstadt als Kommissionspräsident gehandelt

Nach Informationen aus Diplomatenkreisen stehen die Chancen gut für Guy Verhofstadt, Präsident der EU-Kommission zu werden. Ob Günter Verheugen in Brüssel zum "Superkommisssar" wird, ließ die deutsche Bundesregierung offen.

HB BRÜSSEL/BERLIN. Als Kandidat auf die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi könnte Verhofstadt auch britischen Widerstand gebrochen haben. Während er selbst bislang Ambitionen auf den Chefposten der Kommission dementiert hat, brachte ihn sein Außenminister Louis Michel öffentlich ins Gespräch. „Die Präsidentschaft wäre die angemessene Anerkennung seiner politischen Fähigkeiten“, sagte Michel dem Magazin „Knack“. Diplomaten und Regierungsvertreter berichteten, Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten am Rande der Feiern zum 60. Jahrestag der Landung in der Normandie einen Weg gefunden, mit dem Großbritannien seinen Widerstand gegen Verhofstadt aufgeben und im Gegenzug Zugeständnisse bei den Verfassungsverhandlungen erreichen könnte. Die Bundesregierung benannte den jetzigen Erweiterungskommissar Günter Verheugen auch für die nächste Amtszeit. Ob er dabei ein „Superkommissar“ für Wirtschaft und Industrie wird, ließ ein Sprecher offen.

Michel brachte seinen Chef gut eine Woche vor dem entscheidenden EU-Gipfel öffentlich ins Gespräch und nannte ihn einen ausgezeichneten Kandidaten. „Verhofstadt ist sehr kompetent, hat wichtige Führungsqualitäten, ist ein leidenschaftlicher Unterhändler und Brückenbauer. Außerdem ist er ein kreativer und überzeugter Europäer“, warb er.

Verhofstadt gilt als Wunschkandidat Deutschlands und Frankreichs. Während sich die Bundesregierung öffentlich dazu nicht geäußert hat, hat der französische Präsident Jacques Chirac Verhofstadt bereits einen „sehr guten Präsidenten der Kommission genannt“. Neben Verhofstadt gelten als weitere Kandidaten für den Chefposten bei der EU-Kommission Österreichs Kanzler Wolfgang Schüssel, Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen und Portugals EU-Kommissar Antonio Vitorino.

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