Außenminister zu Krisengesprächen bereit
Fischer will sich für sudanesische Flüchtlinge einsetzen

Angesichts der humanitären Krise führt der deutsche Außenminister derzeit Gespräche in Khartum. Er will Druck auf die Regierung ausüben, die die arabisch-stämmigen Milizen entwaffnen sollen.

HB KHARTUM. Außenminister Joschka Fischer hat sich bei der sudanesischen Regierung nachdrücklich für eine Lösung im Flüchtlingsdrama von Darfur eingesetzt. Die Regierung müsse die im Westen des Landes marodierenden Milizen entwaffnen und zur Rechenschaft ziehen, forderte Fischer am Montag nach einem Gespräch mit Außenminister Mustafa Osman Ismail in Khartum. „Wir sehen dort eine humanitäre Katastrophe und eine sehr ernste Verletzung der Menschenrechte“, sagte Fischer mit Blick auf die Hunderttausende von Not leidenden Flüchtlingen.

Noch vor Beginn der Gespräche mit Fischer hatte sich die Regierung in Khartum deutsche Ratschläge zur Krise in Darfur verbeten. „Wir sind nicht bereit, uns irgendwelche Ratschläge von Deutschland anzuhören“, sagte Außenminister Ismail am Sonntagabend in der sudanesischen Hauptstadt. „Wenn es der Ziel dieses Besuchs (von Fischer) ist, humanitäre Hilfe anzubieten, um die Krise in Darfur zu beenden, ohne jeden Druck und ohne jeden Dünkel, dann werden wir mit dem Besuch zufrieden sein“, fügte er hinzu. Die Lage in Darfur wird an diesem Montag auch die in Brüssel tagenden Außenminister der Europäischen Union beschäftigen. Der sudanesische Präsident Omar el Baschir hatte sich beim Besuch von UN-Generalsekretär Kofi Anfang Juli verpflichtet, unverzüglich mit der Entwaffnung der Milizen und anderer bewaffneter illegaler Gruppen zu beginnen.

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