Außenministerin Rice zu Gast in Neu Dehli
USA kritisieren Plan für Gasleitung Iran-Indien

Die USA wollen ihre Zusammenarbeit mit Indien im Verteidigungsbereich ausbauen. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit ihrem indischen Amtskollegen Natwar Singh, man habe unter anderem über eine mögliche Lieferung von amerikanischen F-16-Kampfflugzeugen gesprochen.

HB NEU DEHLI. Ankündigungen über ein entsprechendes Geschäft werde es bei ihrer Indien-Reise aber nicht geben. Auch mit Pakistan, wohin Rice noch am Mittwoch fliegt, werde sie über mögliche Rüstungsgeschäfte reden.

Pakistan will schon seit längerem F-16-Kampfflugzeuge kaufen. Indien ist trotz des laufenden Friedensprozesses zwischen den beiden südasiatischen Atommächten strikt gegen eine entsprechende Lieferung an Pakistan. Rice sagte dem indischen Nachrichtensender NDTV in einem Interview, die USA setzten sich für ein militärisches Gleichgewicht in der Region ein. Rice äußerte sich nach ihrem Treffen mit Singh besorgt über eine geplante Gas-Pipeline zwischen Iran und Indien. Singh betonte dagegen: „Wir haben keine Probleme mit Iran.“

Die Pläne für die vier Milliarden Dollar teure Leitung lagen wegen der politischen Spannungen zwischen Pakistan und Indien über Jahre hinweg auf Eis. Mit der Verbesserung des Verhältnisses zwischen den beiden Staaten seit einem Jahr wurden sie wieder aktuell. Die USA, die dem Iran ein Streben nach Atomwaffen vorwerfen, sind gegen den Bau der Leitung. „Unsere Position hinsichtlich des Iran ist sehr gut bekannt“, sagte Außenministerin Condoleezza Rice am Mittwoch nach einem Gespräch mit ihrem indischen Kollegen Natwar Singh. „Wir haben der indischen Regierung unsere Bedenken zu der Leitung mitgeteilt“.

Der indische Außenminister warb erneut für einen ständigen Sitz seines Landes im Weltsicherheitsrat. Rice sagte, die Diskussion über eine UN-Reform sei noch im Anfangsstadium. Indien habe sich in der Vergangenheit aber „zum bedeutenden Faktor in der globalen Wirtschaft und Politik“ entwickelt. Es ist die erste offizielle Asienreise der neuen US-Außenministerin. Weitere Stationen sind Pakistan, Afghanistan, Japan, China und Südkorea.

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