Austausch abgeschlossen
Israel und Hisbollah tauschen Gefangene aus

Der Gefangenenaustausch zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah auf dem Köln/Bonner Flughafen ist offenbar erfolgreich beendet worden. Die Bundesregierung hatte den Austausch vermittelt.

HB KÖLN/JERUSALEM. Zwei Maschinen, die die Freigelassenen in ihr Heimatland zurückbringen sollten, starteten am Donnerstagnachmittag gut sieben Stunden nach ihrer Landung vom militärischen Teil des Flughafens. Eine offizielle Bestätigung für den vollständigen Vollzug der Vereinbarung gab es zunächst nicht. Ihre Umsetzung wurde von einem Selbstmordanschlag in Jerusalem mit mindestens zehn Toten nicht berührt. In Israel begann die Freilassung von 400 palästinensischen Gefangenen als Teil der Vereinbarung. Zu den Freigelassenen sollte auch der deutsche Islamist Steven Smyrek gehören, dessen weiterer Verbleib zunächst unklar war. In Israel und im Libanon waren für den Abend Zeremonie zum Empfang der Zurückkehrenden geplant.

Um kurz nach 14.00 Uhr startete in Köln eine israelische Maschine, die die Leichen von drei vermissten Soldaten und einen im Herbst 2000 entführten israelischen Geschäftsmann zurück nach Israel bringen sollte. Kurz danach flog eine Bundeswehrmaschine ab, die knapp 30 von Israel freigelassene arabische Häftlinge in den Libanon bringen sollte. Weder Bundesregierung noch israelische Stellen wollten den Abschluss des Austauschs zunächst bestätigen. Beide Maschinen waren um kurz vor sieben Uhr in Köln gelandet und sofort in einen abgesperrten Hangar gebracht worden, wo der Austausch offenbar planmäßig, aber streng geheim ablief. Dutzende Feldjäger patrouillierten auf dem hermetisch abgeriegelten Flughafengelände.

Der Selbstmordanschlag auf einen Bus in der Nähe der Residenz von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon, zu dem sich die Al-Aksa-Brigaden von Palästinenserpräsident Jassir Arafats Fatah-Bewegung bekannte, beeinträchtigte die Umsetzung des Abkommens nicht. In der Vergangenheit haben extremistische Palästinensergruppen bei sich abzeichnenden Fortschritten im Friedensprozess häufig Anschläge verübt.

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