
ADELAIDE. Philippa Langley betreibt seit Jahren zusammen mit ihrem Mann James eine kleine Milchfarm auf der australischen Insel Tasmanien. Doch jetzt hat sie genug. "Ich sehe keinen Ausweg mehr. Wir arbeiten beide sehr hart. Und was haben wir davon? Nichts!" Das Ehepaar ist nur eine von vielen Bauernfamilien, die Haus und Hof verkaufen. Bei den einen sind es niedrige Preise für Agrarprodukte wie Milch und Fleisch, bei anderen ist es der Druck einer über zehn Jahre dauernden Dürre, die zum Schicksalsentscheid führen.
Doch nur selten können Landwirte ihren Besitz an Australier verkaufen - denn es gibt kaum ernsthafte Interessenten. Immer häufiger legen dagegen Investoren aus China, Japan und sogar Saudi-Arabien und Oman Geld auf den Tisch. So gehören selbst einige riesige Rinderfarmen im isolierten Inland, dem "Outback", nicht mehr australischen Viehbaronen, sondern einem Rentenkassenfonds in Hongkong. Dutzende von Agrarbetrieben haben in den vergangenen Jahren auf diese Weise den Besitzer gewechselt. Das macht einigen Australiern Angst: "Wenn andere Länder oder ausländische Unternehmen australische Aktiva übernehmen, dann kaufen sie auch die Mittel zur Wohlstandsbildung", sagt Lynne Wilkinson von der Konsumentenschutzorganisation Ozbuy.
"Land Grabbing"
Das Streben vieler Länder nach Nahrungsmittelsicherheit ist der wichtigste Grund für das Interesse an australischem Boden. Beobachter sprechen von einem globalen Trend zum "Land Grabbing" - dem Horten von Agrarland. Denn qualitativ hochwertige Landflächen werden nicht zuletzt als Folge des Klimawandels weltweit immer rarer. Bisher konzentrierten Firmen und Regierungen - allen voran China - ihre Suche nach produktivem Boden vor allem auf afrikanische Länder. Doch zunehmend finden sie auch im traditionellen Agrarland Australien Alternativen.
Die Übernahme von australischem Boden durch Ausländer ist allerdings nicht neu. Seit Beginn der modernen Besiedelung des Kontinents im Jahr 1788 sind weite Teile von Grund und Boden in ausländischer Hand - vor allem von britischen Investoren. Schätzungen zufolge sind in den vergangenen zehn Jahren Farmen im Wert von mehreren Milliarden australischen Dollar in ausländischen Besitz übergegangen. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Australien hat zwar eine Behörde für Auslandsinvestitionen, die ab einer bestimmten Preisgrenze Übernahmen bewilligen muss. Doch während das Limit für Liegenschaften in der Stadt verhältnismäßig tief angesetzt ist, können Landwirtschaftsbetriebe im Wert von bis zu 231 Mio. australischen Dollar an Ausländer verkauft werden, ohne dass die Behörde zustimmen muss. Die meisten Akquisitionen fallen unter diese Grenze.
David Farley vom führenden landwirtschaftlichen Großkonzern Australian Agricultural Company bestätigt, dass australische Farmen ganz oben auf der Einkaufsliste ausländischer Investoren stehen. Grundsätzlich hat er kein Problem damit. Er warnt aber, dass für Australien "Nahrungsmittelsicherheit genauso wie Energiesicherheit früher oder später zur Frage der nationalen Sicherheit werden wird". Vorerst aber steht das Thema politisch noch nicht im Vordergrund.
Referendum über Farmverkauf
Das könnte sich in den nächsten Monaten ändern, wenn der Entscheid über den Verkauf der gigantischen Baumwollfarm Cubbie Station fällt - möglicherweise an ein chinesisches Staatsunternehmen. Mit der Übernahme von Cubbie würde Chinas Regierung auch die Rechte zum Bezug von hunderten Millionen Litern Trinkwasser erhalten. Wasser ist im von Dürre geplagten Australien der mit Abstand wertvollste Rohstoff. Bisher hat sich aber trotz der Wahlen vom 21. August selbst unter den traditionell der Landwirtschaft nahestehenden oppositionellen Konservativen kaum ein Politiker zur Problematik der Fremdübernahmen geäußert. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass viele große australische Landwirtschaftsbetriebe seit Jahren stille Teilhaber aus dem Ausland haben und ohne deren Kapital und Absatzkanäle schon lange pleite wären.
Die Australier haben den Aborigines das Land weggenommen. Sie sollten froh sein, daß sie für dieses Diebesgut noch gutes Geld bekommen.
Wer Grund und boden an andere Nationen in Form von Unternehmen verkauft, verliert die Möglichkeit Herr im eigenen Haus zu sein. Siehe bundesrepublik Deutschland.Wer Grund und boden an andere Nationen in Form von Unternehmen verkauft, verliert die Möglichkeit Herr im eigenen Haus zu sein. Siehe bundesrepublik Deutschland.Australien sollte sich dies unbedingt vor Augen halten.
Danke
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