Australien und USA mit Strafmaß nicht einverstanden: Anschläge auf Bali: Zwei Jahre Haft für Bashir

Australien und USA mit Strafmaß nicht einverstanden
Anschläge auf Bali: Zwei Jahre Haft für Bashir

Ein indonesisches Gericht hat am Donnerstag den moslemischen Geistlichen Abu Bakar Bashir wegen der Verwicklung in Anschläge auf Nachtclubs auf der Ferieninsel Bali im Jahr 2002 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Damals waren 202 Menschen getötet worden, die meisten davon stammten aus dem Ausland. Australien und USA haben sich unerfreut über das Strafmaß geäußert.

HB JAKARTA/CANBERRA. Dem Angeklagten sei in überzeugender Weise nachgewiesen worden, sich an einer „bösartigen Verschwörung“ beteiligt zu haben, die den Tod von Menschen herbeigeführt habe, verkündete der vorsitzende Richter Soedarto am Donnerstag in Jakarta. Die Staatsanwaltschaft hatte eine achtjährige Haftstrafe gefordert.

Nach Auffassung der Ankläger ist Bashir der Chef der Jemaah Islamiah, die den Geheimdiensten zufolge wiederum der regionale Ableger der Extremisten-Organisation Al-Kaida ist. Aus Mangel an Beweisen war allerdings der Vorwurf fallen gelassen worden, Bashir habe als Jemaah-Islamiah-Anführer zu Terroranschlägen aufgerufen.

Westliche Staaten und die Nachbarländer Indonesiens beobachten das Vorgehen des bevölkerungsreichsten moslemischen Landes der Welt gegen Extremisten sehr genau und nehmen es als Zeichen dafür, wie ernsthaft die Regierung den Kampf gegen den Terrorismus vorantreibt.

Vom Vorwurf einer Verwicklung in das Bombenattentat auf das Marriott-Hotel im Jahr 2003 hatte das Gericht Bashir zuvor freigesprochen. Die Vorwürfe hätten nicht bewiesen werden können, hatte das Gericht verkündet.

USA und Australien enttäuscht

Die USA haben sich am Donnerstag enttäuscht von dem Urteil eines indonesischen Gerichts gegen den moslemischen Geistlichen Abu Bakar Bashir gezeigt. Wegen der Verwicklung in die Anschläge auf der Ferieninsel Bali im Jahr 2002 war Bashir mit zweieinhalb Jahren Haft bestraft worden. Bei den Anschlägen auf Nachtclubs waren 202 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen waren Touristen.

„Wir respektieren die Unabhängigkeit und die Entscheidung der indonesischen Gerichte, sind aber in Anbetracht der Schwere der Anklage, auf Grundlage derer er verurteilt wurde, enttäuscht von der Länge der Strafe“, erklärte ein Sprecher der US-Botschaft in Jakarta nach dem Urteilsspruch. Das Gericht hatte festgestellt, dem Angeklagten sei in überzeugender Weise nachgewiesen worden, sich an einer „bösartigen Verschwörung“ beteiligt zu haben, die den Tod von Menschen herbeigeführt habe.

Die australische Regierung will die indonesische Staatsanwaltschaft um eine Anfechtung des Urteils gegen den moslemischen Geistlichen Abu Bakar Bashir bitten. „Die Kürze des Strafmaßes bereitet uns einige Sorgen“, sagte der australische Außenminister Alexander Downer am Donnerstag. „Wir sind darüber enttäuscht. Wir würden gern eine längere Strafe sehen.“ Auch die USA hatten sich enttäuscht über die Länge der verhängten Haft geäußert.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Haft gefordert. Westliche Regierungen werfen Bashir vor, der geistige Führer der Gruppe Jemaah Islamiah zu sein, einem regionalen Ableger der Extremisten-Organisation Al-Kaida.

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