Australier Hicks verurteils
Erstes Urteil gegen Guantanamo-Häftling

Das US-Militärtribunal in Guantanamo hat sein erstes Urteil gegen einen der dort festhehaltenen Häftlinge gefällt. Der Australier David Hicks muss eine Reststrafe von neun Monaten in seiner Heimat absitzen. Für das verhältnismäßig milde Urteil hatte der Beschuldigte sich auf einen Deal mit dem Gericht eingelassen.

HB GUANTANAMO. Nach einer Vereinbarung mit dem US-Militärtribunal in Guantanamo muss der Australier David Hicks lediglich für neun Monate ins Gefängnis. Im ersten Prozess gegen einen Häftling des umstrittenen Gefangenenlagers auf Kuba beschlossen die Offiziere zwar eine Haftstrafe von sieben Jahren. Ein Großteil der Strafe wurde aber ausgesetzt, wie Oberst Ralph Kohlmann mitteilte. Im Gegenzug hat sich Hicks verpflichtet, sämtliche Misshandlungsvorwürfe gegen die US-Behörden fallen zu lassen.

Hicks, der seit fünf Jahren in Guantanamo einsitzt, hatte sich der Unterstützung von Terroristen schuldig bekannt, um nach dem Urteil in sein Heimatland abgeschoben zu werden. Dies soll der Vereinbarung zufolge binnen 60 Tagen geschehen. Er würde seine Reststrafe dann in einem australischen Gefängnis in seiner Heimatstadt Adelaide absitzen. Hicks schien erleichtert, als der Militärrichter Kohlmann am Freitag das Urteil verkündete. Er bestätigte, dass das Strafmaß so ausgefallen sei, wie man es ihm angeboten habe. Ursprünglich drohte Hicks lebenslange Haft.

In einer von seinem Anwalt, Major Michael Mori, verlesenen Erklärung entschuldigte sich Hicks für sein Verhalten. Mori beschrieb Hicks als unreifen Abenteurer, der vergeblich versucht habe, in die australischen Streitkräfte aufgenommen zu werden, dort aber wegen seiner mangelnden Schulbildung abgelehnt worden sei. „Er entschuldigt sich bei seiner Familie, er entschuldigt sich bei Australien und er entschuldigt sich bei den Vereinigten Staaten“, sagte Mori.

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