Austritt aus Klimaabkommen Trump macht nur wenige glücklich

Donald Trump kehrt dem Pariser Klimapakt den Rücken, lässt sich für den Austritt aber Zeit. Grundlage seiner Entscheidung ist eine umstrittene Studie. Beifall gibt es aus der eigenen Partei. Der Rest ist dagegen.
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„Zum Schutz der USA ziehen wir uns zurück“

„Zum Schutz der USA ziehen wir uns zurück“

New YorkEin Satz fasst die Rede von Donald Trump vor dem Weißen Haus am Donnerstagnachmittag zusammen: „Ich bin gewählt worden, um Pittsburgh und nicht Paris zu vertreten.“ Amerika geht vor, das Pariser Klimaabkommen muss dran glauben.

Der US-Präsident tritt aus dem 2015 geschlossenen Vertrag aus, nach dem die USA bis 2025 ihre CO2-Emissionen im Vergleich zu 2005 um 26 bis 28 Prozent senken soll. Laut Trump würde das 2,7 Millionen Arbeitsplätze in den USA kosten: „Das ist nicht, was wir brauchen“, so der Präsident.

Trump bezieht sich dabei auf eine Studie der Wirtschaftsberatung Nera Economic Consulting, die von Umweltorganisationen stark kritisiert wird. Sie bemängeln etwa, dass das Innovationstempo bei alternativen Energiequellen in der Studie zu niedrig veranschlagt wird. Auch habe Trump ein Szenario aus dem Report gewählt, nach dem das Klimaabkommen besonders teuer erscheine. „Präsident Trump stellt sein Land auf die falsche Seite der Geschichte“, sagte Laurence Tubiana, Chefin von der European Climate Foundation und französische Verhandlungsführerin bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015.

Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimapakt auszusteigen, löst etliche enttäuschte Reaktionen aus. Quelle: Reuters
Donald Trump

Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimapakt auszusteigen, löst etliche enttäuschte Reaktionen aus.

(Foto: Reuters)

Aus der Partei von Trump gab es überwiegend Zustimmung. „Ich zolle Beifall“, sagte Mitch McConnell, Senator von Kentucky und Sprecher der Republikanischen Partei im Senat. „Der Angriff der Obama-Regierung auf heimische Energieproduktion und Arbeitsplätze wird bedeutsam zurückgedrängt.“

Der Ankündigung gingen schwierige Verhandlungen im Weißen Haus voraus. Vor allem Politikberater Steve Bannon und Scott Pruitt, Chef der Umweltbehörde Epa, drängten Trump zum Austritt. Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister Jim Mattis sprachen sich indes für einen Verbleib aus. Das Pentagon sieht den Kampf gegen die globale Erderwärmung als wichtigen Pfeiler der US-Sicherheitspolitik.

Auch zahlreiche US-Unternehmen befürworteten das Pariser Abkommen. Energieunternehmen fürchten beispielsweise, dass ohne die USA am Verhandlungstisch ihre fossilen Brennstoffe im globalen Energiemix zu kurz kommen könnten. Das Konglomerat General Electric besitzt eine große Geschäftssparte rund um das Thema alternative Energien mit insgesamt zwölf Milliarden Dollar Umsatz. Vorstandschef Jeff Immelt schrieb auf Twitter, er sei „enttäuscht von der heutigen Entscheidung“.

Enttäuschte Reaktionen gab es auch im Silicon Valley. „Ein Rückzug vom Klimaabkommen ist schlecht für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft und gefährdet die Zukunft unserer Kinder”, schrieb Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf seiner Facebook-Pinnwand. Den Klimawandel zu stoppen sei etwas, das nur durch die globale Gemeinschaft gelöst werden könne, so der 33-Jährige. „Wir müssen zusammen handeln bevor es zu spät ist.“ Google-Chef Sundar Pichai ließ via Twitter wissen: „Ich bin enttäuscht von der heutigen Entscheidung.“

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19 Kommentare zu "Austritt aus Klimaabkommen: Trump macht nur wenige glücklich"

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  • Noch mehr Korrekturen (seufz, zuviel Hektik hier. Gott sei Dank ist Freitag...):


    "Dazu stand übrigens heute in der Einleitung eines HB-Artikels folgender Satz: "Die Industrie kämpft für das Klimaabkommen. Das sollte dem Präsidenten zu denken geben": (Punkt!!).


    und im letzten Absatz:
    … dass Entscheidungen, die für die Zukunft der gesamten Menschheit richtungsweisend sind, in den Händen von Typen wie Trump liegEN …


    Schönes Wochenende und frohe Pfingsten allerseits!

  • D a s sollte mittlerweile jeder gemerkt haben, ...

  • Zu Trumps Klimaentscheidung:

    So sieht’s nun mal aus, wenn reiche alte Männer über das Schicksal der jüngeren und kommenden Generationen zu entscheiden haben.

    Dazu stand übrigens heute in der Einleitung eines HB-Artikels folgender Satz: "Die Industrie kämpft für das Klimaabkommen. Das sollte dem Präsidenten zu denken geben" schreiben Sie in der Einleitung.

    Es steht jetzt aber fest: Der kann (oder will) aber nicht denken (außer an sich selbst).

    Da sollte mittlerweile jeder gemerkt haben, der es kann (denken, meine ich). Und d a s wiederum sollte erst recht jedem zu denken geben.

    Also ist zu der HB-Schlagzeile „Heute zerreißt es denen das Herz, die die Zukunft lieben“ (http://www.handelsblatt.com/politik/international/reaktionen-zur-klimaentscheidung-moralische-bankrotterklaerung/19885562.html) nur eins anzumerken:

    Nicht „das Herz zerreißen lassen“, sondern endlich dafür sorgen, dass jeder selbst entscheiden kann!!!

    Dieses museale Demokratiemodell der letzten Jahrhunderte (richtiger sollte es heute längst heißen: Plutokratie), das es möglich macht, dass Entscheidungen, die für die Zukunft der gesamten Menschheit richtungsweisend sind in den Händen von Typen wie Trump liegt, ist im digitalen Zeitalter nicht nur so was von aus der Zeit gefallen, sondern eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands (resp.: der Intelligenz)!!!

  • Hallo Herr von Horn...Die Läuterung von Klimasündern und Klimaleugnern kann nur mit zertifiziertem Bioholz das nahe einer Windmühle aufgeschichtet wird, erfolgen.

    Die geläuterte Asche des Klimaleugners kann dann in der Biotonne entsorgt werden.

  • ......dazu eine Empfehlung an den Schreiber dieses Leitartikels .....Herrn Thomas Jahn vom HB......das deutsche Wort ......glücklich.....in seiner Headline benutzt zu haben... ist mehr als unglücklich......drückt es doch in seiner Wirkung so viel für uns aus......die...die die deutsche Sprache sprechen.....seinen Artikel zu lesen..... sollen oder wollen.....
    ....wissen wir heute....und auch schon Gestern u. Vorgestern.....daß die Entfernung....von Europa zu den USA.....6-einhalb Tausend Kilometer ist.....und zu der metrischen.....die Menschlich-Psychologische hinzukommt....also zum ersten Mal....ganz nah- und spürbar....dieser Graben voller Wasser sich auftut....und wir jetzt...hier bei uns...in Deutschland.....und in dem alten (verstaubten) Europa.....alle gemeinsam an den Zielen festhalten müssen.....was beschlossen wurde....ganz egal...was drüben passiert....und was man sich sonst noch einfallen läßt...wir keine andere Wahl haben....alles gemeinsam auf diesem alten Kontinent zu entwickeln....und sichtbar auf den Tisch zu legen.....damit diese Vorbildfunktion...das Einzigste ist...was wir tun können....um die Zweifler...wo auch immer in der Welt...anzuzeigen...was notwendig ist....um diesen Sektor Klima positiv zu beeinflussen...
    ...sitzen wir alle....wirklich alle.... auch die USA.....in einer Schulklasse.....vorne an der Wand....die große Tafel.....mit Kreide geschrieben....die Schulaufgaben....für jeden.....in seiner Sprache.....in der Hoffnung...das jeder sich anstrengt....um am Ende eine gute Note zu erhalten.....alles ohne Lehrer...
    ....die Benotung danach ermittelt....aus dem Kreis der Schüler.....sind sie doch.... die eigentlichen Lehrer....ihres Volkes + ihres Landes.....um den Menschen dann nachfolgend die Ergebnisse mitzuteilen.....damit Hoffnung aufkeimen kann.....und erhalten bleiben kann.....auf diesem Planeten.........Erde......

  • Herr Trump hat den ersten Schlag gegen die Klima-Mafia gelandet. Das Kartenhaus
    des CO2-Blödsinns wird zusammenfallen, wenn er weitermacht. Der amerikanische Bürger wird dadurch besser leben und das ist Herrn Trumps Versprechen.

  • @Herr Michael Zeindlmeier02.06.2017, 10:24 Uhr

    Vielleicht setzen Sie sich mal mit Richard Parncuttin Verbindung, der hatte vor ein paar Jahren ja schon eine ganz astreine Lösung für solche "Irren". :-D

    "Im Oktober 2012 veröffentlichte Parncutt auf der Website der Universität Graz einen Text mit dem Titel „Death penalty for global warming deniers?“ (dt. „Todesstrafe für Leugner der globalen Erwärmung?“), in dem er vorschlug, die Todesstrafe auf Täter einzuschränken, die mindestens eine Million Todesfälle verursachen. Nach dieser Definition wären nach seiner Analyse „einflussreiche Leugner der globalen Erwärmung“ Kandidaten für die Todesstrafe. In der Einleitung stand ein Link zu einer Dokumentation eines thematischen Blogs (desmogblog), in der zahlreiche solche „Klimaleugner“ aufgelistet wurden. Parncutt schlug vor, dass eine Jury aus Wissenschaftlern über die Todesstrafe entscheiden sollte. Die Verurteilten sollten die Chance auf Verringerung der Strafe zu lebenslanger Haft haben, wenn sie ihre Thesen widerrufen, öffentlich Reue zeigen und sich verpflichten, aus dem Gefängnis heraus Forschung zum Beweis der globalen Erwärmung zu betreiben."

    Ob die Läuterung vielleicht durch die reinigende Kraft von Flammen erfolgen sollte, ist mir nicht bekannt. :)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Parncutt

    @ Herr Herbert Maier02.06.2017, 10:06 Uhr

    Ein Auto was langsamer und somit länger fährt, stösst auch länger aus, beiu einem schneller fahrenden Auto, ist der Ausstoß schneller vorbei. (OK, das war jetzt wirklich ein Gag) LG

  • Trump erzeugt Hass. Unfassbar, dass auch einige deutsche Stammtischbrüder sich ihn zum Idol auserkoren haben. Hoffentlich wachen jetzt all jene auf, die damit geliebäugelt hatten, die deutsche Trump-Partei AfD zu wählen. Solche Leute dürfen nicht regieren!

  • Was dieser irre Präsident von sich gibt entspringt jeglicher Fantasie. Der Herr vergisst leider dass wir alle gemeinsam auf dieser Kugel leben müssen. Stephen Hawking lies unlängst verkünden, dass die Menschheit in ca. tausend Jahren einen neuen Planeten braucht. Herr Hawking ist zu optimistisch in dieser Aussage, meiner Meinung nach sind wir schon in max. 500 Jahren damit fertig oder noch früher, wenn mehr Präsidenten wie diese US Ikone im Amt sind. Da ist doch dieser Dieselabgasskandal in US eine vollendete Verarschung. Die deutschen Autokonzerne sollten sich umgehend die Milliardenstrafen zurück erstatten lassen, denn es ist doch nach des US Präsidenten Wahnvorstellung eh alles Lug und Trug mit dem Klimawandel. Also spielt es auch keine Rolle was an Abgasen hinten raus kommt. Den künftigen Generationen wird noch hören und sehen vergehen was durch die Klimaveränderung alles noch an Verboten und Auflagen zu ertragen sein wird. Nur Mut und weiter so Herr Trump Sie sind auf dem richtigen weg.

  • Wenn Deutschland es ernst meinen würde mit dem CO2 Ausstoß, müsste man endlich mal ein Tempolimit einführen. Was an CO2 rausgepustet wird, wenn die Autos mit Vollgas über die Autobahnen brausen, ist nämlich extrem. Bei dem Thema sind die USA vorbildlich und brauchen sich besonders von Deutschland nichts vorwerfen zu lassen.

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