Auswärtiges Amt bestätigt Freilassung
Von Piraten entführte deutsche Segler frei

Das in Somalia von Piraten entführten deutsche Segler-Paar ist frei. Angeblich soll ein hohes Lösegeld gezahlt worden sein. Die Ex-Geiseln stellen sich bereits der Presse, dabei wirkten sie mitgenomen und krank.

HB BOSASSO/BERLIN. Somalische Piraten haben zwei im Juni vor der Küste des Jemen entführte deutsche Segler freigelassen. Nach Angabe eines Komplizen der Bande floss dafür ein Lösegeld von einer Million Dollar. Das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich am Samstag erleichtert. „Die Befreiten sind von den Strapazen der Geiselhaft gezeichnet, aber es geht beiden den Umständen entsprechend gut“, erklärte Sprecher Jens Plötner. Sie würden in der deutschen Botschaft in Nairobi betreut.

Bei einer Pressekonferenz in Somalia wirkten die beiden Deutschen nach ihrer Freilassung mitgenommen und krank. Sie brachen immer wieder in Tränen aus. Jürgen K. trug nach der langen Geiselhaft einen dichten Bart. Er begann zu schluchzen, als er sich vor der Presse äußern sollte.

Der Präsident der abtrünnigen somalischen Region Puntland, Adde Muse, entschuldigte sich für die Qualen von Jürgen K. und Sabine M. „Was geschehen ist, tut uns wirklich Leid“, sagte er. „Sollte künftig ein Pirat gefasst werden, wird er 20 Jahre eingesperrt oder hingerichtet“. Das Auswärtige Amt dankte allen Beteiligten an der Freilassung, besonders aber den Vertretern der Region Puntland.

Die beiden Deutschen waren mit ihrem Segelboot auf dem Weg nach Thailand, als Piraten die Jacht überfielen und sie mit einem Schnellboot ins nördliche Somalia brachten. Piraterie ist vor der Küste Somalias an der Tagesordnung. Am Donnerstag war in Afghanistan ein deutsch-afghanischer Geschäftsmann nach knapp zwei Wochen aus den Händen seiner Kidnapper befreit worden.

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