Auswege aus der Euro-Krise
Schäuble mahnt Euro-Partner zu Zurückhaltung

Euro-Rettungsschirm vergrößern oder gemeinsame Euro-Anleihen begeben? Eigentlich wollten die Euro-Finanzminister diese Themen ruhen lassen. Doch der Zwist darüber schwelt weiter, was in der Bundesregierung auf großes Unverständnis stößt. Finanzminister Schäuble schickte daher eine deutliche Mahnung an seine Kollegen.
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HB BRÜSSEL. Es komme jetzt darauf an, die Finanzplätze von der Stabilität des Euros zu überzeugen, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Auftakt eines EU-Finanzministertreffens am Dienstag in Brüssel. Dafür müsse „die Fülle der Debatten ein Stück weit reduziert werden“.

Am Montag hatte der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker den Aufbau einer Schuldenagentur für den Euroraum gefordert, die mit Euro-Anleihen klammen Staaten aus der Patsche helfen soll. Zudem brachte der belgische Finanzminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Didier Reynders am Dienstag aufs Neue die Höhe des Rettungschirms ins Spiel: „Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Wochen mehr Diskussionen über die Größe des Krisenmechanismus haben werden.“

EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi hatte sich ebenfalls dafür eingesetzt, den Fonds auszuweiten, wenn weitere Länder Hilfe beantragen. „Im Moment haben wir keine Länder, die nach Unterstützung fragen, und solange das so bleibt, ist das Paket in Ordnung“, sagte Bini Smaghi dem TV-Sender CNBC. Der Dax stieg am Vormittag über 7000 Punkte. Bank-Aktien kamen jedoch wegen der Euro-Debatte unter Druck.

Deutschland und die Niederlande halten den Rettungsschirm dagegen für groß genug. Bisher sei nur ein Zehntel des Fonds genutzt worden, sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Kager. „Das Problem sind weniger die Größe des Fonds, sondern vielmehr Strukturreformen wie auch der Haushaltsrahmen.“ Solange keine mittel- und langfristigen Lösungen gefunden werden, werde das Vertrauen am Markt nicht zurückkehren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bekräftigte seinen Willen, die Märkte davon zu überzeugen, dass der Euro eine stabile Währung sei. „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, und jede Regierung in Europa kennt ihre Verantwortlichkeiten.“

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  • Eine Währung die nur von Rettungsschirmen lebt kann man vergessen ohne wenn und aber.
    Euroanleihen? Was hat denn zu diesem Desaster geführt? Schuldenkriese usw. nichts gelernt.
    Euroanleihe = Transferleistungen durch die Hintertüre, so dass es niemend merkt. Den bürgern kann man diese Euroanleihen als gut, alternativlos für die Einheit Europas verkaufen. Die Pleite-Staaten können sich weiterverschulden bis, ja bis
    es sich Deutschland nicht mehr leisten kann neue Schulden aufzunehmen um diese Länder zu bedienen.
    Am Ende müssen die bürger der bundesrebublik Deutschland für die gesamten Schulden in Europa zahlen.Das ist doch das Ziel der Franzosen, italiener , belgier, Spanier usw.
    interessanterweise haben alle Länder in Europa mit starkern Währungen (Schweiz,Norwegen,Dänemark,Schweden,vor 10Jahren auch noch England) sich nicht am Euro beteiligt.
    sondern nur Länder mit schwachen Währungen (außer D)
    Lira, Franc, Drachme, Escuto, Peseto usw.
    Zur beruhigung d.bürger gab es damals den "EURO-Stabilitätspakt" lt.Theo Weigl sehr strenge Auflagen, mit Strafen für die Sünder...
    (Scheinbar mit der Ausnahme-Klausel:
    Nur gültig für Deutschland)
    Wer hat sich daran gehalten? Niemand, im Gegenteil
    es wurde munter gelogen und betrogen.
    Strafen gab und gibt es keine, nein Rettungsschirme, Garantien sind die Folge und am besten jetzt die indiv.Schulden einzelner Länder auf die EU als Gesamtschuldner übertragen ...
    Einen EURO nach diesem Muster? Nein Danke!!!


  • MAN HEbE DEN bLiCK UND SCHAUE EiNMAL iN DiE RUNDE !
    Richtig ist wohl, daß mit diplomatischen Mitteln man sich dem Euro-Poker-Spiel verschrieben hat.
    Falsche Zeit!
    Habe mein Stallkaninchen gefragt: Was wird 2011?
    Das sagt: "Man solle stiller werden. Wegen der Unruhen in Griechenland, die das ganze folgende Jahr über eskalieren werden, der aufflammenden Unmutsäußerungen der bürger in irland, den radikaleren Strömungen in belgien und wenn das arme Portugal menschlich noch ärmer wird. Und wegen der Erbärmlichkeit des Krieges, der in Korea wüten wird."
    Mein Stallkaninchen hat mich noch nie belogen.
    Stille ist in der Tat das Gebot der Stunde.

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