Ausweitung der Stammzellenforschung
US-Kongress fordert Bush heraus

Der US-Kongress hat sich für eine Ausweitung der Stammzellenforschung ausgesprochen und damit Präsident George W. Bush herausgefordert. Dieser hatte bereits vor der Abstimmung sein Veto angekündigt.

HB WASHINGTON. Dennoch stimmten am Donnerstag 247 Abgeordnete im Repräsentantenhaus – darunter 37 Parteifreunde von Bush – für die umstrittene Gesetzesänderung, die der Senat bereits durchgewunken hatte. Allerdings kamen im Repräsentantenhaus nicht genügend Stimmen für eine Zwei-Drittel-Mehrheit zusammen, die ein Veto von Bush aushebeln würde. Somit wird die Gesetzesvorlage wie schon im Vorjahr wohl am Widerstand des Präsidenten scheitern.

Bush lehnt es ab, dass Bundesgelder für die Forschung an embryonalen Stammzellen von Menschen eingesetzt werden. „Wenn diese Vorlage in Kraft treten würde, würden die amerikanischen Steuerzahler erstmals in unserer Geschichte gezwungen werden, die absichtliche Zerstörung von menschlichen Embryos zu unterstützen“, ließ Bush mitteilen. „Es wäre ein schwerer ehler, diese Grenze zu überschreiten.“

Befürworter argumentieren hingegen, dass durch die Forschung wichtige Kenntnisse zur Bekämpfung von Krankheiten wie Diabetes und Parkinson gewonnen werden könnten. Nach der Gesetzesvorlage soll es Wissenschaftlern erlaubt werden, an Embryos zu forschen, die bei Fruchtbarkeitsbehandlungen übrig blieben und ohnehin verworfen würden.

Angesichts des zu erwartenden Vetos dürfte das hochsensible Thema spätestens im Präsidentschaftswahlkampf kommendes Jahr wieder hochkochen. Bereits bei den Kongresswahlen im vergangenen November, bei denen die Demokraten den Republikanern die Mehrheit in beiden Kammern abjagten, spielte es eine wichtige Rolle.

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