Auswirkungen des Shutdowns
Die Börse jubelt, die Gerichte machen dicht

Zeit zum Atemholen. Die Zeichen für eine kurzfristige Erhöhung der Verschuldungsgrenze stehen gut. Das Problem: Das Leiden der US-Bürger könnte sich dadurch erst richtig verlängern.
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San FranciscoDie Zeichen für eine kurzfristige Erhöhung der Verschuldungsgrenze stehen gut. Nur hätte das für die US-Bürger nicht die gewünschten Folgen. Wenn nur alleine die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit der USA hinausgezögert wird, aber die Probleme im Haushalt nicht adressiert werden, bleibt die aktuelle Patt-Situation bestehen.

Ein entstünde eine paradoxe Situation. Die Finanzmärkte jubilieren, aber für die US-Bürger fangen die Probleme erst richtig an. Ein Zustand, den Präsident Obama nicht zulassen kann, ohne sich die Sympathien vieler Bürger zu verscherzen.

Die Regierung im Ausnahmezustand laviert sich jetzt im elften Tag im Ausnahmezustand mehr recht als schlecht durch. Stimmt Obama dem Vorschlag der Opposition zu, zwar direkt die Schuldengrenze anzuheben, aber im Gegenzug nur in Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der Regierung einzusteigen, drohen weitere Wochen des Stillstands der öffentlichen Verwaltung. Zum Vergleich: 1995 waren es gerade einmal 26 Tage Stillstand.

Als nächstes dürfte die Rechtsprechung auf der Strecke bleiben. Bislang sind die Bundesgerichte noch geöffnet und Urteile werden gefällt, aber wie lange noch? Die Justizverwaltung machte einen Kassensturz und teilte am Donnerstag mit, durch Gebühreneinnahmen und vorhandene Restfinanzmittel sei noch bis zum 17. oder 18. Oktober der Betrieb gesichert. Alle Kosten und Ausgaben wurden drastisch gesenkt und ständig überwacht, heißt es. Aber dann sei Schluss. Die Aussetzung aller Verfahren vor Bundesgerichten ist die Folge. Dann trifft es auch Anwälte und Kanzleien.

Das Unterstützungsprogramm für alleinerziehende Frauen mit kleinen Kindern oder Babys, WIC genannt, wird noch bis Ende Oktober finanziert sein, meldet foodbusinessnews.com. Das Agrarministerium habe Budgets umschichten können, um einen Notfallplan aufrechterhalten können. Aber auch hier wird Ende Oktober als Ende der Fahnenstange genannt.

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Kosten bleiben gleich – oder werden höher

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  • @alexfiftyfour
    Vielleicht könnte ein Arzt das Problem lösen?

    Sind wir ehrlich. Was in der öffentlichen Verwaltung veruntreut wird, lässt den Bischof von Limburg als Waisenknabe erscheinen.

    Und das finden Sie gut? Möglicherweise sind Sie zwar beim Staat angestellt, arbeiten aber nicht für ihn. Dann verstehe ich Ihre Argumentation.

  • Während die Großkonzerne so wenig Steuern zahlen wie noch nie, man im Erdgeschoß die Fenster inzwischen vergittern muß oder bei geschlossenen Fenstern schlafen darf, man Alarmanlagen kaufen muß, die Verbrecher haben freie Bahn haben, und die Infrastruktur verottet, freut sich das Stimmvieh, daß es Steuern zahlen darf.

    Einfach mal einen Blick auf die Budgetanteile werfen, anstatt so einen Unsinn zu verzapfen:
    labs.enigma.io/shutdown2013/

  • Das Militär wird IMMER bezahlt werden, da werden die Teebeutel schon für sorgen, bei den Veteranen bin ich mir da nicht sicher.

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